Wolfgang Jordan
KLEINES WERKZEUGMUSEUM
Holzwerken: Allgemeines Linklisten Artikel Projekte Impressum
Museum: Allgemeines Werkzeuge Hersteller/Händler Patente Artikel
Einleitung Hersteller Deutsche Hersteller Europäische Hersteller Hamburger Werkzeugmacher Sonstige Hersteller Unbekannte Hersteller Beitelhersteller Einleitung Händler Deutsche Händler Europäische Händler Sonstige Händler Wer liefert(e) was? Alte Fabrikansichten Kataloge Markenzeichen Markensuche

Werkzeughersteller und -händler

Florian Anwander, Kempten

Firmengeschichte

Die Fabrik des Florian Anwander befand sich "im Haus Nro. 164 in der Sonnenstraße der Neustadt Kempten" 4)

Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1854, als dem Schreiner Florian Anwander ein "Gewerbsprivilegium auf Ausführung seiner Erfindung bestehend in einer eigenthümlich construirten Maschine zur Anfertigung von Zündholzbüchsen für den Zeitraum von drei Jahren, vom 2. April 1854 anfangend" gewährt wird. 1) Das Privilegium erlischt im November 1855.

Anwander nimmt 1857, 1860 und 1862 an Märkten in Augsburg teil: 2)

Anzeige Florian Anwander, Kempten, 1857
Anzeige im Augsburger Tagblatt vom 31. 3. 1857

Eine Quelle von 1862 nennt "Geräthschaften, Häckselmaschinen, Pflüge in nicht unbeträchtlicher Anzahl" als Produkte der Firma. 3)

In den Jahren 1862/63 erscheinen in verschiedenen Zeitungen Anzeigen zum Verkauf bzw. Verpachtung der Fabrik in Kempten. 4) Anwander hat anscheinend andere Pläne, denn er hält sich im Frühjahr 1862 in Straubing auf, vermutlich auf der Suche nach einem Standort für ein neues Werk. 5)

Aus einer der Anzeigen geht der Umfang der zu versteigernden Waren und Einrichtungen hervor:

Anzeige Florian Anwander, Kempten, 1863
Anzeige in der Allgäuer Zeitung vom 1. 2. 1863

1864 beantragt Florian Anwander "am Reschbache unterhalb Mauth eine Schneidsäge mit einem Rade [zu] errichten, wodurch zugleich eine Hobel-, Stoß- und Dreh-Maschine in Bewegung gesetzt werden soll". 6) Die Genehmigung wird erteilt und Anwander errichtet eine " Parquet- Fussboden- & Holzwaarenfabrik" in Mauth in Niederbayern.

Anwander nimmt an der Weltausstellung 1867 in Paris teil und zeigt dort: "Mustertafeln von Parquet-Fussböden in natürlicher Grösse und Farbe, Schraubzwingen für Tischler, Schnee- und Kornschaufeln, Holzschuhe, Zündholzdraht, Siebreife, Doppel-Fournieren und gehobelte Fourniere, sog. Spähne aus Buchen- und Fichtenholz, dann Resonanzholz". 7) Er erhält dafür eine silberne Medaille. 8)

1869 errichten Florian Anwander und August Gätschenberger in Regensburg an der Dechbettener Straße eine neue "Parquet-Fußboden- und Holzwaarenfabrik". 9) Das Werk in Mauth wird anscheinend verkauft oder aufgegeben ("alleinige Niederlassung in Regensburg" 10)).

Quellen und Referenzen

1) Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern vom 17. Mai 1854
Google Buchsuche
2) Augsburger Tagblatt vom 31. März 1857
Neue Augsburger Zeitung vom 25. April 1860
Augsburger Neueste Nachrichten vom 9. Oktober 1862
Google Buchsuche
3) Landwirtschaftliche Blätter für Schwaben und Neuburg vom 14. März 1862
Google Buchsuche
4) Augsburger Neueste Nachrichten vom 6. September 1862
Lindauer Tagblatt für Stadt und Land vom 29. Januar 1863
Allgäer Zeitung vom 1. Februar 1863
Tag- und Anzeigeblatt für Kempten und das Allgäu vom 24. Februar 1863
Tag- und Anzeigeblatt für Kempten und das Allgäu vom 18. Juli 1863
Beilage zur Kemptner Zeitung vom 15. August 1863
Google Buchsuche
5) Straubinger Tagblatt vom 21. Mai 1862
Google Buchsuche
6) Beilage zum königlich bayerischen Kreis-Amtsblatte von Niederbayern vom 7. Mai 1864
Google Buchsuche
7) Die Industrie und Landwirthschaft Bayerns auf der internationen Ausstellung zu Paris im Jahre 1867
Google Buchsuche
8) Neuer Bayerischer Kurier vom 13. Juli 1867
Google Buchsuche
9) Regensburg in seiner Vergangenheit und Gegenwart (1869)
Google Buchsuche
10) Bayerischer Anzeiger für Handelsgerichte und Handelsinteressen vom 3. September 1870
Google Buchsuche

Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 08. Juli 2011