Wolfgang Jordan
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Quellentexte zur Firma Gottfr. Göbel, Stuttgart

Marke der Firma Gottfr. Göbel unbekannt

Amtlicher Bericht über die Industrie-Ausstellung aller Völker zu London im Jahre 1851

von der Berichterstattungs-Kommission der Deutschen Zollvereins-Regierungen.

Dritter und letzter Theil.

Berlin, 1853, Seite 31/32

XXI. Klasse. Messerschmiedarbeiten, Schneidwerkzeuge und anderes Handwerksgeräth

Berichterstatter: Direktor Karmarsch in Hannover.

b. Württemberg, Zwei Stuttgarter Fabrikanten hatten Werk-
zeuge (hauptsächlich für Tischler) von der Art ausgestellt, woran Haupt-
theile von Holz vorkommen, und deren Beurtheilung - abgesehen von
der Konstruktion im Allgemeinen - vorzugsweise die Holzarbeit ins Auge
fassen muß, weil diese den wesentlichsten ja einzigen Gegenstand der
eigenen Fabrikation ausmacht. Die Namen der zwei Häuser sind:
C. Bölsterli und Comp. und Gottfr. Göbel. Beide Unternehmungen
entstammen, so viel wir wissen, der neuesten Zeit, aber ihre
Leistungen haben sich bereits zu einem sehr verdienstlichen Standpunkte
gehoben. Vorzugsweise muß von Bölsterli und Comp. gerühmt
werden, daß dieselben eine große Menge verschiedenartiger, durchgehends
sehr gut und sauber ausgeführter, nach den besten Modellen gebauter,
zum Theil mit eigenen Verbesserungen versehener Tischler-, Böttcher- und
Wagner-Geräthe für billige Preise liefern. Ihr Preisverzeichniß enthält
gegenwärtig ungefähr 200 Nummern, und die Fabrikanten sind fortwährend
bestrebt, gute neue Erfindungen sich anzueignen. Auf der
Ausstellung befand sich eine ziemlich große Anzahl Hobel, welche aber
lange nicht den ganzen, uns aus sonstiger Beobachtung bekannten, Cyclus
von Werkzeuggattungen charakterisirten, über den die Fabrikanten ihre
Thätigkeit verbreiten. Gleichwohl boten schon diese Stücke einen sichern
Anhaltspunkt für ein günstiges Urtheil rücksichtlich sowohl der gutgewählten
Konstruktionen, als der höchst sorgsamen und gewissenhaften Ausarbeitung.
Verputzhobel von Buchsbaum- und von Rotheibenholz, mit Buchsholz
eingelegte Hobel von Weißbuchenholz u. dgl. m., geben Belege dazu ab.
Es wird sich weiter unten Gelegenheit finden, die Preise der Werkzeuge
mit denen anderer Fabriken zu vergleichen.

Gottfr. Göbel hatte nur neun Stück sehr brav gearbeitete Hobel
ausgestellt: 1 Doppelrauhbank, 1 einfachen und 1 doppelten Schlicht-
hobel, 1 Schrobhobel, 1 Plattbank mit Stellung, l Grathhobel zum
Stellen, 1 Simshobel, 1 stellbaren Falzhobel und 1 Nuthhobel mit
Mechanismus, nämlich mit verborgenen Rädern, vermöge welcher die
durch die Hand bewirkte Umdrehung der einen Schraubenmutter auf die zweite
Mutter sich überträgt (eine auch von Bölsterli angewendete sehr interes-
sante Konstruktion). Das Geschäft scheint zur Zeit noch von geringerem
Umfange zu sein, verdient aber nach seinen vorliegenden Leistungen
alles Lob.

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Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 20. September 2010