Wolfgang Jordan
KLEINES WERKZEUGMUSEUM
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Werkzeughersteller und -händler

E. G. (Eduard Goedel)

Eduard Goedel, Leipzig

Firmengeschichte

Gegründet 1852 von Eduard Goedel in der Pleißgenstraße in Leipzig. 1865 verlegte Goedel den Betrieb in die Elisenstraße und erweiterte ihn zur Fabrik für Maßstäbe und Werkzeuge. Eduards Sohn Louis Goedel übernahm 1896 die Firma. 10)

Nach einigen Quellen übernahm 1908 die Firma Baldauf in Neckarsulm Firmeneinrichtung und Kundenstamm der Werkzeugfabrik. 6) 7) Andere Quellen  10) besagen, daß die Firma Goedel bis zum Tod von Louis Goedel 1916 weiterexistierte. Das zeigt auch dieser kleine Werkzeugschrank, der vor allem wegen seiner Beschriftung interessant ist. Wahrscheinlich ist daher eine enge Zusammenarbeit zwischen Goedel und Baldauf. Endgültig übernommen wurde die Fabrik Goedel im Jahre 1916 von der Firma Leistner-Werke Gebrüder Leistner, die sie 1920 in eine offene Handelsgesellschaft unter dem Namen: "Leistner Werke, Gebrüder Leistner-Eduard Goedel überführte." 10)

Eine Quelle nennt eine Arbeiterzahl von 200 für das Jahr 1912 8), während Mitte der Neunziger Jahre noch 350 Mitarbeiter beschäftigt waren. 9)

Über die "Sächsisch-thüringische Industrie- und Gewerbe-Ausstellung in Leipzig 1897" schreibt die Zeitschrift "Die Werkzeugmaschine" (30.4.1897) 2)
"Eine äusserst gute Zusammenstellung von Werkzeugen für Holzbearbeitung, ferner Werkzeugkästen, Massstäbe u. s. w. führt Eduard Goedel, Leipzig in einer eigenartigen aus den verschiedensten Baumarten bestehenden Laube vor, auch Clemens Gaitsch in Gehringswalde hat sich, abgesehen von Dreh- und Hobelbänken, mit einigen vorzüglich ausgeführten Werkzeugschränken und einer Reihe von Werkzeugen beteiligt."

Weitere Informationen

Der oben abgebildete Stempel stammt von einem Hobel in Eckard Pohlmanns Sammlung und ist auch als Firmenzeichen von Eduard Goedel in einem Katalog der Leistner-Werke von etwa 1933 abgebildet. 1) Ein älterer Stempel, der auch den Träger des Bogens zeigt, ist einem Katalog von 1894 entnommen. 1)
Die anderen Stempel stammen von Hobeleisen. Die Buchstaben bedeuten wohl 'Eduard Goedel (in) Leipzig'. Die Abbildung mit den zwei Kirschen zeigt, daß dieses Eisen von der Firma Wilh. Schmitt & Comp für Goedel hergestellt wurde.

Werkzeuge

In meiner Sammlung: 4)

Plattbank Eduard Goedel, Leipzig
Plattbank

Profilhobel, Plattbank
(beide in der Sammlung von Eckhard Pohlmann auf der Seite http://www.altes-handwerkzeug.de/ 5))

Marken 3)

Einträge in "Nachweisung der im Deutschen Reiche gesetzlich geschützten Waarenzeichen [WAZ]

Warenzeichen Eduard Goedel (Krone mit Pfeil)

Abbildungen von Markenzeichen:

E. G., Fabrik-Marke
Abbildung auf der Titelseite des Katalogs von 1894 (s. u.)
Stempel Eduard Goedel, Leipzig
Die Initialen von Eduard Goedel in Leipzig
auf einem Hobeleisen von Wilhelm Schmitt & Comp., Remscheid
(Photo von Jens Gartmann)
Stempel Eduard Goedel, Leipzig
Stempel Eduard Goedel, Leipzig

Kataloge

Katalog Eduard Goedel, 1894
1894
Katalog Eduard Goedel, 1896
1896

Patente 3)

DE040842 (15.09.1887) Theilvorrichtung für die Endecken [End-Ecken] an Massstäben.
DE041895 (20.10.1887) Vorrichtung zur Befestigung von Endkappen an Massstäben.
DE375009 (05.05.1923) Bandmaß mit verlängerbarer Klappkurbel.

Gebrauchsmuster 3)

31394 (23.02.1894) Halter für Brenner und Brennstift zur Brandmalerei mit als Löthkolben benutzbarem Flammenfänger.
41206 (15.06.1894) Zum Reinigen oder Auswechseln des Schwammes bequem theilbar eingerichteter Benzinbrennstift für Brandmalerei.
100623 (06.08.1898) Hobel mit einer Sohle aus Kunststeinholz.
174017 (27.03.1902) Verstellbarer Spund- und Nuthobel, jede Breite spundend.
174317 (27.03.1902) Nuthobel mit Federn, welche mittels zweier auf ihnen angebrachter Stellschrauben zu verstellen und an den Rändern mit Masseinteilung versehen sind.
204590 (02.07.1903) Halbkreisförmiger, angenieteter, scharfkantig gefräster Messing-Endbeschlag für Maßstäbe.

Quellen und Referenzen

1) Kataloge von Eduard Goedel (s.o.)
2) "Die Werkzeugmaschine", Ausgabe vom 30.4.1897 [Google Buchsuche]
3) Marken, Patente und Gebrauchsmuster stammen aus verschiedenen Quellen, die auf dieser Seite detailliert genannt sind.
4) Eigene Werkzeugsammlung [OWN]
5) Werkzeugsammlung von Eckhard Pohlmann [EP]
6) 125 Jahre Gewerbeverein Neckarsulm von B. Griesinger, A. Heyler, T. Ehehalt (nach Recherchen von Kurt G. Heid)
7) Neckarsulm, Die Geschichte einer Stadt (Herausgeber: Stadt Neckarsulm), (nach Recherchen von Kurt G. Heid)
8) Karl Juckenburg: Das Aufkommen der Grossindustrie in Leipzig (1912)
[Google Buchsuche]
9) Brockhaus' Konversationslexikon, 11. Band (1894-1896)
10) Jürgen Schnieder, Herstellerverzeichnis v3.3

Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 09. September 2011