Wolfgang Jordan
KLEINES WERKZEUGMUSEUM
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Werkzeughersteller und -händler

Josef Hertmann/Herman

Josef Herrmann, Neustift (Österreich)

Firmengeschichte

Die Werkzeugfabrik wurde von Josef Herrmann gegründet. Der aus Schlesien zugewanderte Herrmann (1809-1886) erwarb 1843 die Grundstücke Miesenbach 8 (Wohnhaus) und 38 (an der heutigen Dreimärkterstraße). Das Grundstück 38 (eine vormalige Hufschmiede) verfügte über eine Wasserkraft, der über einen Äquadukt Wasser aus dem Höferbach und dem Ursprungbach zugeführt wurde. 1) 2)

Mit elf Arbeitern erzeugte Herrmann in dieser Schneidwerkzeugfabrik mit einem Zeughammer vor allem Stemm- und Hobeleisen. Auf der dritten allgemeinen österreichischen Gewerbe-Ausstellung in Wien 1845 wurde ihm eine ehrenvolle Erwähnung zuerkannt. Auf der Wiener Weltausstellung 1873 erhielt er das goldene Verdienstkreuz mit der Krone. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Werkzeugfabrik 30 Arbeiter. 5)

Schon 1843 hatte Herrmann ein Patent (Privilegium) zur Verbesserung von "stahlplattirten Hobeleisen" auf fünf Jahre erworben, das mehrfach verlängert wurde. 5)

1854 erzeugte die "Hobeleisen- und Stahlwerkzeugfabrik in Miesenbach" "5200 Duzend Hobeleisen". 6)

1874 kaufte Herrmann den Ebenhammer am Ginselberg in direkter Nachbarschaft der Fabrik Wertheim. Nach Herrmanns Tod 1886 führte sein Sohn Anton (1857-1905) den Betrieb weiter. Von 1905 bis zur Auflassung der Fabrik 1937 folgte ihm dessen Sohn Josef (1888-1976). 1)

Die Werkzeugfabrik Miesenbach 38 wurde 1938 an den Schmiedemeister Anton Rabl verkauft, der dort bis 1969 eine Huf- und Wagenschmiede betrieb. Der Ebenhammer ging ebenfalls 1938 an Rudolf Stepke, der das Gebäude für die Herstellung von Holzwaren nutzte. 1)

Zwei Quellen 1) 2) erwähnen, daß Herrmann seine Hobeleisen auch an die direkt oberhalb des Ebenhammers gelegene Werkzeugfabrik von Franz Wertheim verkaufte. Aus der Firmengeschichte der Firma Joh. Weiss und von den Stempeln alter Hobeleisen ist zu entnehmen, daß Herrmann auch dorthin Hobeleisen verkauft hat.

Der Text auf dem Eisenstempel (s.u.) läßt darauf schliessen, daß Josef Herrmann bis zur Übernahme der Gruberschen Fabrik durch Franz Wertheim im Jahre 1843 dort Werkmeister war und sich danach selbständig gemacht hat. Dafür spricht auch das oben genannte Patent, denn Gruber besaß ein ähnliches Privilegium über die Herstellung plattierter Hobeleisen.

Weitere Informationen

Bei dem amerikanischen Händler The Best Things wird ein Profilhobel von Josef Herrmann, Neustift angeboten.

Werkzeuge

In meiner eigenen Sammlung 4)

Abplatthobel Joh. Weiss & Sohn
Abplatthobel
von Joh. Weiss & Sohn
Zwei Schrupphobel, Joh. Weiss, Wien
Zwei Schrupphobel
von Joh. Weiss & Sohn

Marken

Einträge in "Österreichischer Markenanzeiger" 3)
Herrmann gelöschtes Warenzeichen Herrmann Warenzeichen Herrmann Warenzeichen

Abbildungen von Markenzeichen:

Hobeleisen von Joseph Herrmann
"HERMAN
GRUBERS GEWESENER WERKMEISTER"
Hobeleisen von Joseph Herrmann
"HERMAN
GARANTIERT"

Quellen und Referenzen

1) Scheibbs-Neustift, Damals und heute, von Erwin Huber (Scheibbs, 2008)
2) Chronik der Bezirkstadt Scheibbs, von Wilhelm Löwenstein, Hermann Pröll (Scheibbs, 1989)
3) Marken, Patente und Gebrauchsmuster stammen aus verschiedenen Quellen, die auf dieser Seite detailliert genannt sind.
4) Eigene Werkzeugsammlung [OWN]
5) Verschiedene Quellen, Auszüge der betreffenden Textstellen sind auf einer besonderen Quellenseite zu finden.
6) Austria. Wochenschrift für Volkswirthschaft und Statistik (Wien, 1856) [Google Buchsuche]

Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 04. August 2011