Wolfgang Jordan
KLEINES WERKZEUGMUSEUM
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Werkzeughersteller und -händler

Laupheimer Werkzeugfabrik

Jos. Steiner & Söhne/Laupheimer Werkzeugfabrik

Firmengeschichte

Die Firma wurde 1859 gegründet von Joseph Steiner (1803-1874) und seinen vier Söhnen Emanuel, Alexander, Simon und Hermann. Sie begannen die Holzwerkzeugfabrikation mit einem Stamm von sechs bis acht Mitarbeitern in einem Saal der Wirtschaft zum Rad an der Kapellenstraße. Schon bald wurden die Räumlichkeiten zu klein und man erstellte auf einem Gelände zwischen der Kapellenstraße und der späteren Steinerstraße ein stattliches Fabrikgebäude.

Schon 1862 nahm Steiner mit einem großen Werkzeugsortiment an der Weltausstellung in London teil (Liste siehe  10)). Ein Katalog aus dieser Zeit listet über 300 verschiedene Hobel, andere Werkzeuge und Küchengeräte auf.

Am 17. Februar 1866 wurde die Firma als oHG mit den Gesellschaftern Joseph Steiner und der Söhne Emanuel und Hermann in das neuerstellte Handelsregister eingetragen. Mitte der 1870er Jahre wurde zur Nutzung der Wasserkraft in der Stadtmühle an der Rottum ein Schnitt- und Sägewerk mit gekoppeltem Maschinensaal errichtet. Auf einem Gelände von mehr als 42000 Quadratmetern entstand dort nach und nach eine Fabrik, die sich schließlich die größte Holzwerkzeugfabrik Deutschlands nennen sollte. Die Belegschaft stieg in dieser Zeit auf 60 Mitarbeiter an.

Nach dem Tode Joseph Steiners und dem Ausscheiden von Bruder Hermann ging die Firma 1887 in den alleinigen Besitz von Emanuel Steiner über. Geschäftliche Schwierigkeiten in dieser Zeit führten zu einer Krise, die am 16. Februar 1891 zur Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen "Laupheimer Werkzeugfabrik, vormals Joseph Steiner & Söhne" führte. Die ersten Vorstandsmitglieder waren Julius Hess und Emanuel Steiner, der aber kurz darauf durch einen Herrn Wagner ersetzt wurde. Ein Konflikt mit der Belegschaft führte zu einem erneuten Wechsel und im Jahre 1895 trat Louis Stern an die Seite von Julius Hess. Die Fabrik wurde mit der Umbenennung vollständig in die Stadtmühle verlagert.

Mitte der 1890er Jahre wurde, nach Arbeitskämpfen und diversen Umbesetzungen im Vorstand, die Krise überwunden, und die Fabrik entwickelte sich auf ihrem Höhepunkt zur größten Holzwerkzeugfabrik von Europa. August Schenzinger beschreibt in einer illustrierten Geschichte Laupheims den Aufbau der Laupheimer Werkzeugfabrik mit Nutzung der Dampfkraft, großen Arbeitssälen für Schreinerei und Schlosserei, zahlreichen Lagerschuppen und einem "stolzen Wohn- und Kanzleigebäude", wo 160 bis 180 Arbeiter tätig waren. Die erzeugten Waren wurden in praktisch alle Länder Nord-, Ost- und Westeuropas und teilweise nach Übersee exportiert und der 1880 begründeten Marke "Original Steiner" Weltgeltung verschafft.

An Werkzeugen wurde alles hergestellt, was der Schreiner für seine Arbeit benötigte. Den Schwerpunkt der Entwicklung bildete der Hobel, der auch in dem Buchstaben 'L' der Firmenabkürzung stilisiert dargestellt ist. Daneben war fast ebenso bedeutend die Herstellung von Hobel- und Werkbänken für verschiedene holzverarbeitende Berufe und Schülerwerkstätten. Für die Produktion der Vielfalt an Werkzeugen gab es sogar eine besondere Abteilung für die Eisenbearbeitung, wo auch eiserne Hobel hergestellt wurden. In dieser Zeit war die Laupheimer Werkzeugfabrik die größte Holzwerkzeugfabrik in Deutschland.

Kurz nach Beginn des ersten Weltkriegs schied Julius Hess aus dem Vorstand aus. Die Produktion mußte durch Wegfall der Auslandsmärkte erheblich reduziert werden, aber die Kriegsproduktion erlaubte einen Ausgleich.

In 1918 wurde das Konkurrenzunternehmen Wilhelm Braun in Plochingen erworben und seine Bestände nach Laupheim übernommen. Kurz nach der Inflation schied Louis Stern altershalber aus dem Vorstand aus. Sein Nachfolger Anton Frye leitete das Unternehmen bis 1945.

Die zweite Hälfte der 1920er Jahre brachte einen allgemeinen Konjunkturrückgang. (Die besondere Situation der Holzwerkzeugindustrie in dieser Zeit wird in der Dissertation von Friedrich Ott  5) ausführlicher beschrieben.) Die Laupheimer Werkzeugfabrik versuchte dieser Situation zu begegnen mit der Ausgabe von Aktien und der Holzspielzeugfabrikation als neuem Produktionszweig, die bis zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs weitergeführt wurde.

Der Konjunkturaufschwung nach 1933 konnte von der Laupheimer Werkzeugfabrik nicht genutzt werden, weil die zwei Hauptaktionäre Sam Steiner und Viktor Steiner (amerikanische) Juden waren und die Firma sich der Rassenverfolgung des Naziregimes ausgesetzt sah. Zunehmender Druck und Benachteiligung bei öffentlichen Aufträgen führte schließlich dazu, daß die Familie Steiner ihren Aktienbesitz an die Deutsche Bank verkaufte. Diese veräußerte ihn an eine Aktionärsgruppe, an der vor allem die Familie Zechbauer von der Firma Maysers Hutfabrik in Ulm beteiligt war. Bei dieser sogenannten Arisierung 1939 wurde auch der Name der Firma in "Holzwerkzeugfabrik Laupheim A. G." geändert.

Den zweiten Weltkrieg überstand die Firma relativ unbeschadet. Die Nachkriegszeit brachte allerdings erhebliche Schwierigkeiten, die nur zum Teil durch den abnehmenden Bedarf an Handwerkzeugen und den Wegfall der Märkte im Osten und Südosten Europas bedingt waren. Auch die ungeklärten Besitzverhältnisse des zwangsarisierten Unternehmens wirkten sich lähmend aus. In dieser Zeit führten von 1946 an Erwin Kull und von 1951 bis Ende 1956 Max Metz die Firma. Schließlich wurden die zwangsveräußerten Aktien der Familie Steiner zurückgegeben. Die Interessen der Familie galten allerdings mittlerweile dem Hopfengeschäft, und so wurde das Aktienpaket 1955 wieder verkauft. Bereits zwei Jahre später gab es einen erneuten Besitzerwechsel. Die Eigentümer waren jetzt die zusammengehörenden Firmen Faradit, Rohr- u. Walzwerk A. G. (München) und die Forst-Ebner A. G. (Ebnat/Oberpfalz), die durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Friedrich vertreten wurden. Die Geschäftsführung hatte Hans Szalla inne, der als Teil einer Reorganisation die Aktiengesellschaft in eine GmbH umwandelte und den alten traditionsreichen Firmennamen "Laupheimer Werkzeugfabrik" wieder einführte. Die Abkürzung "LW" war allerdings durchgehend beibehalten worden (aber siehe unten die Marke LHW auf einem Hobeleisen).

Zum Zeitpunkt ihres hundertjährigen Bestehens im Jahre 1959 beschäftigte die Laupheimer Werkzeugfabrik 117 Mitarbeiter und konnte nach erfolgreicher Reorganisation und bei steigendem Auftragseingang einer günstigen Entwicklung entgegensehen.
(Dieser geschichtliche Abriß wurde im wesentlichen nach einer Rede bei der Hundertjahrfeier der Firma  3) verfaßt.)

Irgendwann zwischen 1960 und 1965 wurde die Rechtsform erneut geändert und die Firma nannte sich "Laupheimer Werkzeugfabrik, Friedrich & Co. KG" [Anzeige in "Der Deutsche Bau- und Möbelschreiner" (1965)].

1978 (80 Beschäftigte) wurde ein Erweiterungsbau auf dem Werksgelände an der Rottum errichtet  4).

Nach dem Konkurs der Firma Esslinger & Abt wurde von dort der Bereich "Famos" Schuleinrichtungen übernommen (ca. 1985). Nach Dr. Friedrichs Tod übernahm der Geschäftsführer Roland Ripple die Firma. Wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation wurden die verschiedenen Produktionsteile der Laupheimer Werkzeugfabrik nacheinander stillgelegt und die Firma schließlich 1991 geschlossen. Übrig blieb nur der eigenständige Betriebsteil Famos, der heute Marktführer für Fachraumeinrichtungen ist (siehe Geschichte der Fa. Famos).
(Auskünfte von Steffen Ripple, Famos GmbH)

Zur Familie Steiner und der Person Joseph Steiners gibt es Informationen im Museum Schloss Großlaupheim.
Auf dieser Seite findet man einen Stammbaum der Familie Steiner.

Die Firma war 1914, 1918 und 1929 Mitglied eines Kartells von Holzwerkzeugfabriken  5).

In einem Prospekt von 1927 bezeichnet sich die Firma als "Bedeutendste Holzwerkzeugfabrik" und als "Mitglied des 'Werkbundes'", einer dem Bauhaus nahestehenden Vereinigung.

Josef Steiner, Fabrik 1929
Fabrik Josef Steiner (von Nordosten)
(Katalog Nr. 11, 1929)
Josef Steiner, Fabrik 1933
Fabrik Josef Steiner (von Südwesten)
(Katalog Nr. 33, 1933)

Weitere Informationen

Hinweise auf die Firma im Lieferantenverzeichnis 'Wer liefert was?':
Hobel (1940), Hobel (1950), Hobel (1954), Hobel (1960), Hobelbänke (1950), Hobelbänke (1960), Holzbearbeitungswerkzeuge (1950), Holzbearbeitungswerkzeuge (1960).

In einer Anzeige im "Offertenblatt für die Deutschen Eisen-, Stahl- und Kurzwaaren-Handlungen" vom Januar 1901 meldet die Firma, daß sie Mitglied des "Verbandes Deutscher Eisenwaarenhändler" ist und stellt verschiedene Neuheiten vor:
Gehrungssäge (DRP angem.), Fausthobel mit eiserner Druckplatte (DRGM), Normalschraubzwinge (DRGM), Eiserne Sägenstegklammer (ges. gesch.)
In einer späteren Anzeige vom 19.12.1901 in demselben Blatt wird die "Hobelbank mit Eisenführung" vorgestellt (DRGM 145843).
Eine weitere Anzeige vom 16.10.1905 zeigt die Gehrungssäge "Modell 1903" (DRGM 183014).
(Siehe auch weiter unten: 'Patente' und 'Gebrauchsmuster'.)
[Alle drei Anzeigen hier nicht gezeigt, weil mir die Veröffentlichung nicht gestattet wurde.]

Josef Steiner, Anzeige 1951
Anzeige Josef Steiner 16)
(1951)
Josef Steiner, Anzeige 1953
Anzeige Josef Steiner 15)
(1953)
Josef Steiner, Anzeige 1953
Anzeige Josef Steiner 15)
(1953)
Josef Steiner, Anzeige 1953
Anzeige Josef Steiner 15)
(1953)
Josef Steiner, Anzeige 1954
Anzeige Josef Steiner 14)
(1954)
Josef Steiner, Anzeige 1954
Anzeige Josef Steiner 15)
(1954)
Josef Steiner, Anzeige 1954
Anzeige Josef Steiner 15)
(1954)
Josef Steiner, Hobelbrief ca. 1955
Brief als Beilage zu einem Hobel 17)
(ca. 1955)

Werkzeuge

Über die zeitliche Entwicklung der Hobel und die verschiedenen Produktlinien der Laupheimer Werkzeugfabrik habe ich eine eigene Seite erstellt.

Werkzeuge in meiner eigenen Sammlung 8)
Apo-Hobel von der Laupheimer Werkzeugfabrik
Apo-Putzhobel
Rauhbank
Rauhbank
Modernerer Nuthobel
Nuthobel

Mehr Steiner-Werkzeuge im Netz:
Wangenhobel, Grathobel, Putzhobel (alle in der Sammlung von Eckhard Pohlmann)

Marken

Markennamen: 'Schupo' (schutzpoliert), 'Apo', 'Meister-Hobel', 'Haho' (Haushalthobel), 'Laupia' (für Schraubzwingen)
Mehr zu diesen Marken und den Hobeln der Laupheimer Werkzeugfabrik steht auf dieser Seite.

Markenanmeldungen  7)
Warenzeichen Laupheimer Werkzeugfabrik, Pferdekopf Warenzeichen Laupheimer Werkzeugfabrik, LW Komet Warenzeichen Laupheimer Werkzeugfabrik, Schupo Warenzeichen Laupheimer Werkzeugfabrik, Schupo-Hobel Warenzeichen Laupheimer Werkzeugfabrik, Laupia Warenzeichen Laupheimer Werkzeugfabrik, Schupo-Hobel mit der Silbermarke Warenzeichen Laupheimer Werkzeugfabrik, Original LW Steiner Warenzeichen Laupheimer Werkzeugfabrik, Apo-Hobel
Nicht abgebildetes Warenzeichen "Apo-Hobel mit der Silbermarke" von 1931 mit der Nummer 426762.

Abbildungen von Markenzeichen  8) 9):

Stempel J. Steiner & Söhne
vor 1880
(auf dem Eisen eines Stellfalzhobels)
Die Abbildung zeigt das
Wappen des Königreiches Württemberg
mit dem Schriftzug
"J. STEINER & SÖHNE, GARANTIE"
Garantie Steiner
um 1895
(auf dem Eisen dieses Schlichthobels)
Die Abbildung zeigt das
1892 angemeldete Warenzeichen "Pferdekopf" (s.o.)
mit dem Schriftzug
"GUSS-STAHL, GARANTIE, STEINER"
Fabrikmarke Laupheimer Werkzeugfabrik
Marke auf Hobeleisen 11)
Columbia LW WB
um 1925
Aufdruck auf einem in den USA gekauften Rundhobel
Das Zeichen dokumentiert den Zusammenschluß
mit der Firma Wilhelm Braun
Sogenannte Silbermarke auf Apo-Hobel
"Silbermarke" auf Apo-Hobel 12)
(um 1930)
Marke LHW, Holzwerkzeugfabrik Laupheim AG
"HOLZWERKZEUGFABRIK AG, LAUPHEIM, LHW" 13)
(um 1940)
Aufkleber Holzwerkzeugfabrik Laupheim A. G.
ca. 1939-1957
Aufkleber Holzwerkzeugfabrik Laupheim A. G.
ca. 1939-1957

"ORIGINAL STEINER 1859, LW, Garantie" 12)

"GUSSSTAHL,
LW, Bild 'Komet, Sonne'
GARANTIE
STEINER" 12)

"ORIGINAL STEINER 1859, LW
SCHUPO-HOBEL
D.R.G.M." 12)

"LW, Bild 'Komet, Sonne'" 12)

"GUSS-STAHL
Bild 'Anker mit Buchstabe S'
STEINER, GARANTIE" 12)
(Zuordnung zu Steiner noch unsicher)

"ORIGINAL STEINER 1859
LW, Apo-Hobel" 12)

"GUSSSTAHL GARANTIE
Bild 'Pferd'
STEINER & SOHN" 12)

"CAST STEEL
Bild 'Pferdekopf'
WARRANTED
STEINER" 12)

Kataloge

Preis-Liste, Joseph Steiner, 1862
1862
Scan
Online-Dokument
Katalog, Joseph Steiner, ca. 1870
ca. 1870
Album, Laupheimer Werkzeugfabrik, 1906
1906
Scan
Preis-Liste, Laupheimer Werkzeugfabrik, 1906
1906
Album, Laupheimer Werkzeugfabrik, 1923
1923
Katalog, Laupheimer Werkzeugfabrik, 1929
1929
Katalog, Laupheimer Werkzeugfabrik, 1933
1933
Katalog, Laupheimer Werkzeugfabrik, 1937
1937
Katalog, Holzwerkzeugfabrik Laupheim, 1950
1950

Weitere Kataloge, Schriften und Prospekte aus den Jahren 1923, 1927, 1929, 1930 und 1933 (Details auf dieser Seite) befinden sich in der Firmenschriftensammlung des Deutschen Museums in München und können dort eingesehen werden.

Patente  7)

AT0118886B (25.04.1930) Hobel mit Handschonerstück
CH0149485A (15.09.1931) Keilwiderlager an Hobeln
DE0539935A (11.12.1931) Keilwiderlager für Hobel (siehe dazu diesen Artikel)
DE1608909U (29.06.1950) Hobelbankverlängerung (gelöscht)
DE1652110U (12.03.1953) Vorderzangenführung für Hobelbänke (gelöscht)
DE1825098U (12.01.1961) Holzplatte, insbesondere für Werkbänke
DE1951500U (08.12.1966) Werkzeugschrank

Gebrauchsmuster  7)

24633 (18.12.1893) Tischdrehbank mit einem durch Schraube feststellbaren Hängearm und darin gelagertem Schwungrad.
126949 (31.10.1899) Holzschraubzwinge mit aufgeleimten Backen und einer durch den Rücken gezogenen Verbindungsschraube.
126950 (31.10.1899) Holzschraubzwinge mit auf dem Rücken befestigter Schiene und einer durch den Rücken gezogenen Verbindungsschraube
126951 (31.10.1899) Holzschraubzwinge mit zwei an den Ecken befestigten Metallwinkeln und einer durch den Rücken gezogenen Verbindungsschraube.
(zu den vorstehenden drei Einträgen siehe diese Kopie aus dem Patentblatt)
133895 (23.03.1900) Über das Stegende zu schiebende, mittels Stiftchen zu befestigende Sägenstegklammer.
145657 (03.12.1900) Schraubknecht mit abgeschrägtem Rücken und entsprechend geformtem Scheerenschuh.
145843 (03.12.1900) Hobelbankzange mit Eisenführung
146126 (12.12.1900) Gehrungs-Schneidapparat mit stets in einer Schneidebene in Führungsbacken von fixen Ständern bewegter Säge und drehbar an einem Ständer und mittels Stellstifte an einem Rundbügel unter beliebigem Winkel feststellbarem Werkstück-Anschlag.
147662 (15.01.1901) Schraubknecht mit spitzgenutetem Rücken und dementsprechend geformtem Bremsschuh.
149686 (14.02.1901) Gehrungssäge mit Rollenführungs-Support des Sägenblattes und dreh- und feststellbar am Auflagetisch bzw. am Führungsbogen festgehaltenem Rollenführungsständer.
156660 (10.06.1901) Hobel mit verstellbarer Mundöffnung. (siehe diese Katalogseite (1908))
183014 (13.08.1902) Blattführung für Gehrungssägen, mit Nuthen-Führungsbändern aus gezogenem Eisen und am Führungsschlitten dreh- und feststellbar angeordnetem, excentrischem Blattführungsbolzen (Gehrungssäge "Modell 1903")
193703 (31.01.1903) Gehrungssäge mit Antriebhebel, verschiebbarer Anschlagleiste und auf derselben festsitzendem Sägeblatt-Führungsständer.
263924 (1906) Gehrungssäge "Modell 1906"
902536 (ca. 1924) Gestellsäge mit ausgenuteten Armen, um den Steg verstellen zu können.
938847 (ca. 1925) Gehrungssäge
945618 (ca. 1925) Gehrungssäge
957459 (ca. 1926) Schneidmaß für trapezförmige Zinkenverbindungen
964935 (ca. 1926) Stoßlade mit verstellbarem Anschlag
995246 (ca. 1927) Schraubzwingenpresse
DE1615826U (09.11.1950) Furnieraderhobel (gelöscht)
DE1656645U (03.06.1953) Wechselrahmen (gelöscht)

Von der Laupheimer Werkzeugfabrik benutzte Patente

DE0810189 (06.08.1951) Hobel mit auswechselbaren Messerklingen (Franz Rodeck, Kelkheim/Taunus)
AT0175059B (10.06.1953) Hobel (Alois Steiner, Wien) und
DE0868518B (26.02.1953) Hobel (Alois Steiner, Wien) [siehe diesen Doppelhobel]

Quellen und Referenzen

1) Kataloge der Firma Steiner (s. o.)
2) Günter Heine 'Hamburger Werkzeugmacher im 19. Jahrhundert' [GH1]
3) Festrede zum hundertjährigen Bestehen 1959 [LWH]
4) Laupheim: Rückschau auf 1200 Jahre Laupheimer Geschichte: 778-1978 [LAUP]
5) Dr. Friedrich Ott, Die deutsche Holzwerkzeug-Industrie [Details]
7) Marken, Patente und Gebrauchsmuster stammen aus verschiedenen Quellen, die auf dieser Seite detailliert genannt sind.
8) Eigene Werkzeugsammlung [OWN]
9) Werkzeugsammlung von Eckhard Pohlmann [EP]
10) Verschiedene Quellen, Auszüge der betreffenden Textstellen sind auf einer besonderen Quellenseite zu finden.
11) Sammlung K. P. Zillmann
12) Sammlung K. G. Heid
13) Sammlung Giuliano
14) Karl Bieler 'An der Hobelbank', Westermanns Fachbücher zur Berufsausbildung, 1954
15) Zeitschrift 'Der Süddeutsche Möbel- und Bauschreiner'
16) Zeitschrift 'Der Möbel- und Bauschreiner'
17) Sammlung J. Hunger

Abstract Abstract Abstract
The "Laupheimer Werkzeugfabrik" [Laupheim Toolworks] was one of the largest and earliest German tool companies. It was founded in 1859 by Joseph Steiner and four of his sons (he had 8 sons and a daughter), who started working in the backroom of a pub in Laupheim. The company grew fast and soon moved to a new factory building nearby. In about 1875 Steiner bought the city's milling house and used the water power for the production of tools. In the following decades a large plant was built around the mill. The famous trademark "Original Steiner" (see picture on top of page) was created in 1880. In 1891 the company changed it's name and legal structure and became "Laupheimer Werkzeugfabrik AG [Inc.] vormals [former] Joseph Steiner & Söhne [sons]".

The range of products included every tool used by a cabinetmaker. Even metal planes were made. In addition to tools the company built workbenches for various trades and school workshops. Exports went to almost all of Europe and even overseas.

In 1918 the company took over another maker of woodworking tools, Wilhelm Braun in Plochingen (also in southern Germany). The following decade was a bad one for the economy as a whole and for the toolmaking industry in particular. The catalogs from this era reflect the pressure for innovation, new features and new trademarks appeared. Trademarks used by the "Laupheimer Werkzeugfabrik" were 'Schupo' (oiled for protection), 'Apo' (plane made of applewood, see example), 'Meister-Hobel' (a line of cheaper planes made of beech instead of hornbeam), 'Haho' (DIY plane), 'Laupia' (clamps).

Because of their Jewish owners the company had a hard time under Nazi suppression and could not partake in the economic pick-up. The owners were forced to sell their shares to the 'Deutsche Bank', which resold it to a group of so-called "aryan" share holders and the name of the company was changed to "Holzwerkzeugfabrik Laupheim".

The factory was not damaged during World War II, but the postwar period brought new problems. There was even less demand for hand tools, and some of the former export countries became inaccessible through the iron curtain. In the 1950s the former owners retrieved their shares and the company regained it's prewar name. But the company never achieved the importance it once had and closed its doors in 1991.


Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 21. Februar 2016