Wolfgang Jordan
KLEINES WERKZEUGMUSEUM

Quellentexte zur Firma D. Flir/Franz Wertheim, Wien (Österreich)

Wertheim, Wien

Illyrisches Blatt

No. 38, 19. September 1844, Seite 153

Vaterländisches. Die dritte innerösterreichische Industrie-Ausstellung zu Laibach im September 1844.

Fr. Wertheim jun., Besitzer der vormals A,
Gruber'schen Werkzeugfabrik, hatte die bekannten vor-
trefflichen Erzeugnisse dieses Etablissements zur An-
schauung gebracht, unter denen sich besonders die Ho-
beleisen auszeichneten. Die allzu elegante Ausstattung
dieser zum Handgebrauch bestimmten Werkzeuge erin-
nerte uns jedoch unangenehm an das noch ziemlich
verbreitete Vorurtheil, welches glaubt, daß Industrie-
ausstellungen nur für seltene Schau- und Kunststücke
veranstaltet werden.

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Amtlicher Bericht über die Allgemeine Deutsche Gewerbe-Ausstellung zu Berlin im Jahre 1844 (3 Teile)

Berlin: Verlag von Karl Reimarus, 1845-1846, Seite 202

"Nr. 1789. Franz Wertheim jun. in Krems bei Wien, Inhaber
zweier privilegirter Fabrikwerke zu Krems und zu Scheibbs V. O. W. W. [Viertel ober dem Wienerwald]
hatte 30 Stück mit Gußstahl aufgelegte Hobeleisen eingesandt. Sie bestan-
den aus einfachen, doppelten und Gesimseisen und werden, dem beigefügten
Preisverzeichnisse zufolge, das Dutzend von 1 Fl. 48 Kr. bis 8 Fl. 36 Kr.,
frei ab Krems berechnet.

Der Einsender erzeugt in seinen beiden Fabriken allerlei Stahlwaaren
und Tischlerwerkzeuge, mit deren Verfertigung er 40 Menschen beschäftigt.
Sein Hauptartikel sind Hobeleisen, von welchen er wöchentlich 200 Dutzend
liefert; sie sollen in Österreich die besten sein und den Englischen an Güte
gleichkommen, dabei aber um 15 % billiger als diese. Der Absatz geht
hauptsächlich nach Triest, Ungarn, Böhmen, Mähren, Italien, Konstantinopel,
so wie an die ersten Wiener Handlungshäuser. Bei der letzten Industrie-Ausstellung
in Laibach erhielt Aussteller aus den Händen Sr. Kaiserlichen
Hoheit des Erzherzogs Johann, als Anerkenntniß seiner Leistungen, die
silberne Preismedaille."

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Allgemeines Organ für Handel und Gewerbe

Köln, 1845, Seite 519

Werkzeuge. Exp.-Nr. 1263. Franz Werthheim jun., Besitzer der
k. k. ausschl. priv. ersten Stahlschneid- und Tischlerwerkzeug-Fabriken und
Gewerke zu Scheibbs und Krems, vormals A. Gruber, k. k. Hofwerkzeug-
Fabrikant in Wien. Der Exponent besitzt 3 Fabriken, wo diverse Tischler-,
Binder-, Zimmermanns-, Instrumenten-, Wagner- und Gerberwerkzeuge
erzeugt werden. Die erstere besteht aus Zerrennfeuern und Streckhämmern zu
Scheibbs, V. O. W. W., und wurde nach Ableben des A. Gruber im
Jahre 1842 sammt dem Privilegium käuflich an den jetzigen Besitzer ge-
bracht. Da die Fabrik zur Erzeugung einer größeren Anzahl von Werk-
zeugen nicht groß genug war, so errichtete er eine zweite in Krems für
Stahlschneidwerke mit einem besondern Privilegium, während in einer
dritten Fabrik zu Furth bei Göttweih, V. O. W. W., die zu den Stahl-
schneidwerkzeugen gehörenden Holzgestelle und Montirungen erzeugt werden.
Im Ganzen werden hier bei 80 Menschen beschäftigt. In den Werkstätten
befinden sich 10 Feuer (2 Zerrennfeuer), 3 große und 6 kleine Streckhäm-
mer etc.; bemerkenswerth ist die in ihrer Art erste und einzige Zahneisen-
Schneidmaschine. Von den reellen Leistungen dieses Etablissements gibt der
bedeutende Absatz, welchen es in allen Theilen der Monarchie und im Aus-
lande genießt, das beste Zeugniß. Pesth, welches früher meistens die nöthigen
Hobeleisen aus dem Auslande bringen ließ, bezieht mehrere 1000 Dutz. aus
dieser Fabrik. Durch die Vergrößerung und Erweiterung der Fabrik und des
Geschäftes ist es dem Herrn Exponenten möglich geworden, das doppelte von
dem zu erzeugen, was der frühere Besitzer lieferte, die Qualität bedeutend
zu verbessern, und die erzeugte Waare um 15% billiger zu liefern. Er
verfertigt, ohne Einrechnung der kleineren Werkzeuge, 25,000 Hobel, welche
auch consumirt werden; die zur Fabrikation nöthigen Urstoffe bezieht er
durchgehends aus dem Inlande. Die Expositionen dieses Fabrikbesitzers
wurden schon im vergangenen Jahre bei der Industrie-Ausstellung zu Lai-
bach der Auszeichnung der silbernen Medaille würdig erkannt und in der
neuern Zeit wurden ihm die Lieferungen zur Einrichtung der Werkstätten
für die Staatseisenbahnen übertragen. Unter seinen Erfindungen müssen
auch die Hobel mit gußeisernem Gestelle bemerkt werden, die er per Stück
um 40-50 Kr. C.-M. liefern kann. Uebersehen darf nicht werden, daß
die einfachen und doppelten Hobeleisen, Brabanter Falze für Gerber, Schab-,
Wagner- und andere Messer auf eine eigene Art erzeugt sind, so zwar daß
die Mitte des Blattes aus Stahl, die Seitenwände und der hintere, nicht
zum Abschleifen kommende Theil aus Eisen besteht.

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Denkschrift über die österreichische Gewerbe-Ausstellung in Wien 1845

Berlin 1846, Seite 97

Die Anzahl der Aussteller, welche Werkzeuge für Tisch-
ler, Zimmerleute, Drechsler, Wagner, Gerber, Instrumenten-
macher, Maschinisten u. s. w. eingeliefert hatten, war, wie
vorauszusehen, ansehnlich, und auch die Erzeugnisse waren
im Durchschnitt recht brav, wie sich bei dem ausgezeichnet
guten Material, welches benutzt werden kann, erwarten liess.
Besondere Erwähnung verdienen die Werkzeuge von Joh.
Weiss und Sohn in Wien
, Kat. No. 1082, (35 Arbeiter),
auch der zahlreichen Verbesserungen wegen, welche diese Fa-
brikanten in Form und Anwendung eingeführt haben; von
Franz Wertheim jun. in Krems, Kat. No. 1263, (an
100 Arbeiter), namentlich wegen seiner vorzüglich zweck-
mässigen Art der Vorstählung der Schneidewaaren; Martin
Millers Söhne in Wien, Kat. No. 1579, namentlich we-
gen ihres sehr vorzüglichen Sortiments von Sägen. Letztere
Fabrikanten erzeugen auch Gussstahl in Stücken von bis 12
Centner, und besonders tüchtige Gussstahlbleche.

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Bericht über die dritte allgemeine österreichische Gewerbe-Ausstellung in Wien 1845

Wien 1846, Seite 195/196

Franz Wertheim der Jüngere, Besitzer von Stahl-,
Schneid- und Tischler-Werkzeug-Fabriken zu Scheibbs und
Krems, vormals: "Anton Gruber, Hof-Werkzeug-Fabrikant
in Wien" (Ausstellungs-Nr. 1263):

Eine reichhaltige Auswahl von Tischler-, Binder-, Wagner-
und Gärber-Werkzeugen, besonders: einfache und doppelte
Hobel-, Schropp-, Bank-, Zahn-, Kehl-, Nuth-, Hohl-, Ball-
und andere Stemmeisen, mit Guss-Stahl aufgelegt, Loch-,
Stech-Beutel, Falz-, Schab-, Reif- und Wagner-Messer, Schlicht-
monde, Fug-, Rauh-, Plattbank-, Falz-, Nuth-, Gesims-, Hohl-
kehl-, Schiff-, Schlicht-Hobel, Winkelhaken, Maasse, Sägen,
Bohrer, Zwingen u. dgl.

Die Verfertigung der Hobel ist ein neuer Geschäfts-Zweig
dieser Anstalt. Die bekannten Hobel-Eisen derselben gehören
unter die besten inländischen und stehen den englischen, wenn
auch etwas im äusseren Ansehen, keineswegs aber in der Güte
nach, ja übertreffen sie sogar in mancher Beziehung. Dem Unter-
nehmer gebührt auch das Verdienst, diese ausländischen Hobel-
eisen fast ganz ausser Begehr gesetzt zu haben.

Der damit Statt findende Verkehr in der Monarchie und in
das Ausland über Triest, Venedig, Genua, Neapel und Constan-
tinopel ist bedeutend.

Wegen dieser Vorzüge wurde dem Einsender die silberne
Medaille zuerkannt.

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Verhandlungen des niederösterreichischen Gewerb-Vereins

Dreizehntes Heft, Wien 1847, Seite LXXIII-LXXVI

Herr Franz Wertheim jun. , Gewerkbesitzer und k. k.
Hof- und priv. Werkzeugfabrikant, theilte einige Verbesserungen
in der inländischen Fabrikation der Handwerkzeuge aus Stahl,
Eisen und Holz mit, und stellte Betrachtungen an über den gegenwärtigen
Standpunkt dieses Industriezweiges, der ausländischen
Concurrenz gegenüber. Daß erste merkbare Auftreten desselben
in Oesterreich sei in die Zeit zu versetzen, als der k. k. Hof-
Werkzeugfabrikant Anton Gruber, und zum Theile schon
früher dessen Vater, durch bedeutende Fortschritte in der Fabrikation
von Tischlerwerkzeugen, besonders Hobeleisen, einen
bedeutenden Ruf im In- und Auslande erlangten, - ein Verdienst,
welches nur dadurch geschmälert würde, daß sie ihre Erzeugung
auf ein bestimmtes Quantum beschränkt und ihr Fabrikat zu einem
Preise geboten haben, der es dem minder bemittelten Gewerbs-
manne fast unzugänglich machte, was nur zu häufig die schlechte
Nachahmung ihrer Waare und die unbefugte Anwendung ihres
geachteten Fabrikzeichens veranlaßte. Dieser Uebelstand habe den
Herrn Sprecher, welcher nach dem Tode Gruber's im Jahre
1842, dessen sammtliche Etablissements käuflich an sich brachte,
bewogen, nicht nur die übernommene Werkzeugfabrik nach Bedarf
zu vergrößern , sondern außerdem noch zwei neue zu begründen,
die Preise des Erzeugnisses bedeutend herabzusetzen, und die Verhältnisse
dieser Fabrikation in den übrigen österreichischen Provinzen
und dem Auslande, kennen zu lernen. Nachdem der Herr
Sprecher sich an Ort und Stelle die Ueberzeugung verschafft
hatte, daß besonders Ungarn und Italien den Bedarf an Handwerkzeugen
größtentheils ans England und den Rhein-Provinzen,
und zwar zu billigeren als den im Inlande gestellten Preisen, beziehen,
habe er zur Ermittlung der dießfälligen Ursachen im vorigen
Jahre eine Bereisung der genannten Länder unternommen,
und sich in die ersten dortigen Werkzeugfabriken Eintritt verschafft.
Der Herr Sprecher theilte einige der auf den vorliegenden Fall
bezüglichen Ergebnisse seiner Geschäftsreise mit, und bemerkte,
daß im Fache der Werkzeugfabrikation unstreitig Sheffield den
ersten Rang in ganz Europa einnehme, wie denn die derartigen
englischen Erzeugnisse in der Qualität die rheinländischen weit
übertreffen, aber auch viel theuerer, selbst als unser inländisches
Fabrikat, zu stehen kommen, woraus ersichtlich werde, daß die
bei uns zu billigen Preisen käuflichen Werkzeuge mit englischen
Fabrikzeichen, verfälscht sind. Demungeachtet werde das englische
Fabrikat durch das rheinlandische wegen der bedeutenderen
Billigkeit des letzteren verdrängt, die durch den wohlfeilen Bezug
der Rohmaterialien, billigere Lohnung der Arbeiter und gänzliche
Einstellung vieler bei uns noch in voller Kraft stehenden
Mißbräuche in den Verhältnissen der Arbeiter, bedingt sei. Der
dortige Fabrikant hat ferner mit seiner Waare bedeutende Auswege,
da dieselbe durch Vermittlung des in den preußischen Rhein-
Provinzen errichteten Seehandlungs-Institutes großen und vor-
theilhaften Absatz, selbst in die überseeischen Länder, finde, und
die Interessen des Fabrikanten durch seine eigenen in den Hauptstädten
Europa's, Afrika's und Amerika's bestellten Agenten vertreten
werden, - Umstände, aus denen ersichtlich werde, daß der
österreichische Werkzeugfabrikant mit dem rheinländischen für jetzt
noch nicht zu concurriren vermöge.

Der Herr Sprecher bemerkte, daß er manche Verbesserungen,
die er bei seinem Besuche der ausländischen Fabriken kennen
lernte, in Anwendung und Ausführung zu bringen gedenke, und
ließ sich sodann in die Erklärung der Fabrikation einiger Werkzeuge
aus Stahl und Eisen, ein. Er suchte darzuthun, daß ein
mit Stahl belegtes Schneidewerkzeug besser sei, als ein ganz
stählernes oder eisernes; er zeigte das Modell einer von ihm erfundenen
Vorrichtung vor, mittelst deren jeder Lehrling im Stande
ist, die Mittellöcher für das Schneideeisen an Hobelgestellen,
gleich dem geübtesten Arbeiter, rein und nett auszustemmen; er
besprach die Mängel der üblichen Schleifmethode, und zeigte
auch hier das Modell einer Schleifvorrichtung, welche die von ihm
näher bezeichneten Uebelstände der alten Methode beseitiget und
mehrere andere Vortheile in sich vereiniget. Der Herr Sprecher
erklärte sich ferner erbötig, Jedem, der daran Interesse nimmt
und einen Gebrauch davon machen will, nähere Erläuterungen
zu ertheilen, da er aus dieser für das Allgemeine höchst wichtigen,
auf das Leben und die Gesundheit des Arbeiters Einfluß nehmenden
Verbesserung, die in seinen Fabriken nunmehr mit Erfolg
angewendet wird, kein Geheimniß machen wolle; er legte eine
Sammlung verschiedener Werkzeuge zur Einsicht vor, mit dem
Bemerken , daß er jetzt dem Fache der Gärberwerkzeuge seine besondere
Aufmerksamkeit zuzuwenden gedenke, und er erklärte sich
endlich bereit, dem Vereine eine complete Mustersammlung von
Werkzeugen als Geschenk und zur Aufstellung in den Vereins-Lo-
calitäten , überlassen zu wollen.

Dieses Anerbieten wurde mit vielem Danke angenommen.

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[Es ist vermutlich die oben genannte Stemmmaschine, die im dritten Supplementband der
"Technologischen Encyklopädie" von Joh. Jos. Prechtl und Karl Karmarsch
(Stuttgart, 1861) detailliert beschrieben ist (Seite 511).]


Kunst- und Gewerbeblatt

Sechsunddreißigster Jahrgang

München, 1850, Seite 676

Commissionsbericht über die Leipziger Industrie-Ausstellung im Jahre 1850 mit Rücksicht auf die bayerische Industrie

erstattet von kgl. Conservator und Universitäts-Professor Dr. K. Schafhäutl

Musterhaft war die Ausstellung von Stahlwerk-
zeugen für Holz-, Eisen- und andere Arbeiter durch
Franz Werthheim zu Scheibbs und Wien, eine lehr-
reiche Sammlung beinahe aller bis jetzt angewandter
schneidender Werkzeuge, Hobeleisen etc.

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Jahrbuch der kaiserlich-königlichen Geologischen Reichsanstalt

III. Jahrgang

Wien, 1852, Seiten 176/177

Verzeichnis der von dem k. k. Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Bauten verliehenen Privilegien.

Dem Franz Wertheim, k. k. Hof- und landesbef. Werkzeug-Fabrikanten
in Wien, auf Erfindung einer einfachen Maschine, womit die zu Hobeln und
allen anderen derartigen Werkzeugen verwendeten Hölzer schneller und rich-
tiger, als dies bisher mit der Hand geschah, sowohl rechtwinklig als beliebig
schief gestossen werden können.

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Amtlicher Bericht über die Industrie-Ausstellung aller Völker zu London im Jahre 1851

Berlin: Verlag der Deckerschen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, 1853, Seiten 32-33

Die fabrikmäßige Verfertigung von Werkzeugen für Holzarbeiter
wird in Wien von zwei Unternehmern betrieben, welche durch ihre eben
so reichhaltigen, als vortrefflich gearbeiteten Probe-Sortimente ehrenvolle
Plätze in der Ausstellung behaupteten: Franz Wertheim und J. Weiß
und Sohn
. Beider Erzeugnisse haben sich in der ganzen Oesterreichischen
Monarchie einen höchst vortheilhaften Ruf gegründet, und es bereits dahin
gebracht, daß die alte Sitte der Tischler etc., ihr hölzernes Werkzeug selbst
anzufertigen, mehr und mehr verschwindet. Durch diese Umwälzung ist
die, bei einem umfangreichen Geschäftsbetriebe allein erreichbare größere
Wohlfeilheit der Geräthe begründet, und zugleich die Möglichkeit gesichert,
neuen oder verbesserten Werkzeug-Konstruktionen schnell einen allgemeinern
Eingang zu verschaffen.

Fr. Wertheim, dessen Ausstellungsverzeichniß nicht weniger als
1150 Nummern aufweiset, verbindet mit seinem Geschäfte in Wien ein
beträchtliches Eisenwerk in Scheibs, woselbst die aus Eisen und Stahl be-
stehenden Werkzeuge oder Werkzeug-Bestandtheile fabrizirt werden. Von
ihm waren eingesandt: eine Hobelbank mit Blatt von Ahornholz, alle
Arten Hobel, 17 verschiedene Schneidzeuge zu hölzernen Schrauben,
Streich- und Schneidmaße, Bohrwinden, Sägen, Hobeleisen, Tischler-
und Drechsler-Eisen, Schnitt- oder Zugmesser, Aexte, Beile etc. Die
Preise der Gegenstände fanden sich in Englischem Gelde angegeben, und
können daher direkt mit jenen der Englischen Werkzeugfabriken verglichen
werden. Indem wir zu einer solchen Vergleichung die Preisliste von
John Moseley und Sohn in London benutzen, müssen wir uns, des
Raumes halber, mit Anführung einiger auf Gerathewohl herausgegriffe-
nen Beispiele beschränken, fügen aber zu fernerer Gegeneinanderhaltung
auch Preise von C. Bölsterli und Comp. in Stuttgart bei, welche,
nach der Annahme von 36 Kreuzer für 1 Schilling, auf Englisches Geld
umgerechnet sind:
Preise für Hobel 1851 (Franz Wertheim/Wien, C. Bölsterli und Comp./Stuttgart, John Moseley und Sohn/London)

Hieraus ergiebt sich nun, daß die Wiener und Stuttgarter Werk-
zeuge im Ganzen sehr nahe die gleichen Preise haben, die Englischen aber
durchschnittlich das Doppelte kosten.

Franz Wertheim erhielt für seine Werkzeuge eine "kleinere Denkmünze".

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Official Catalogue of the Great Exhibition of the Works of Industry of All Nations

Great Exhibition, 1851

573 Wertheim, F. Vienna and Scheibbs, Lower Austria,
Manu. - An extensive variety of cabinet-maker's, cooper's,
carriage-maker's, leather-dresser's, and turner's tools.

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Bericht über die allgemeine deutsche Industrieausstellung in München im Jahre 1854

erstattet an die Handels- und Gewerbekammer in Prag von Dr. Eberhard A. Jonák

Prag, 1855, Seite 136/137

Ein entschieden besseres Verhältniss tritt bei der Handwerks-
zeugfabrikation ein, worin mit Oestereich ebenfalls Württemberg
sehr bedeutend konkurrirt; der Fortschritt der einzelnen Gewerbe
macht auch einen Fortschritt in der Verwendung und somit auch
Erzeugung ihres Werkzeuges zur Nothwendigkeit, und dieser lässt
sich in Oestereich nicht verkennen. Wahrhaft imponirend ist die
Sammlung aller möglicher Werkzeuge von zweckmässiger Konstruk-
tion und vorzüglicher Ausführung von F. Wertheim in Wien; in der
Güte der Artikel, aber nicht im Umfange des Erzeugnisses und auch
nicht im Preise kommen ihm die Werkzeuge von C. Bölsterli & C.
in Stuttgart
nach; obwohl hier in jeder Richtung Bedeutendes ge-
leistet wird, so behauptet namentlich für überseeische Märkte Oester-
reich den Vorrang, besonders da Wertheim die Bedürfnisse des
fremden Marktes so genau studirt zu haben scheint, wie diess in
Oesterreich nicht häufig vorkommt.

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Amtlicher Bericht über die Allgemeine Pariser Ausstellung von Erzeugnissen der Landwirthschaft, des Gewerbefleißes und der schönen Kunst im Jahre 1855

Berlin: Verlag der Deckerschen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei, 1856, Seite 336

Die Verarbeitung des Stahls in Oestereich
hat nach den zahlreich eingesendeten Ausstellungs-Gegenständen keinen hohen
Grad von Vollkommenheit erreicht. Fr. Wertheim in Wien hat ein großes Ge-
schäft in Schneidwaaren und Werkzeugen; aber die Holzmontirung der
Gegenstände, wie z. B. der Hobel, ist dabei wichtiger, als die Bearbei-
tung des Stahls, welche zu wünschen übrig läßt.

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Exposition Universelle de 1855

Rapports du Jury Mixte International

Paris, 1856, Seite 886

XVe CLASSE
INDUSTRIE DES ACIERS BRUTS ET OUVRÉS.
COUTELLERIE ET OUTILS.
Dans les qualités grossières, l'Autriche faisait déja une
exportation notable à destination des pays pauvres de
l'Afrique et de l'Orient. Elle commence à exporter ses
outils aux États-Unis. C'est ce que pratique la maison
François Wertheim, de Vienne, sur laquelle nous au-
rons à revenir.
...
AUTRICHE
Médailles d'honneur.
L'Autriche a exposé une assez grande quantité d'ou-
tils; parmi les exposants de cette nation, celui qui frappe
le plus l'attention, et que le Jury a le plus remarqué,
est M. François Wertheim, de Vienne. Ce manufacturier
habile fabrique les outils les plus variés, les limes de
toute grandeur, les scies de toute espèce, une grande
diversité de rabots, des instruments tranchants, tels
que des ciseaux, la collection des outils nécessaires aux
tourneurs, celle des tonneliers, etc. On estime à qua-
torze cents le nombre des articles qu'il manufacture. Le
montage des outils est fait chez M. Wertheim par des
procédés mécaniques avec beaucoup d'économie, et en
même temps une rare perfection. On voit á l'exposition
de M. Wertheim des boîtes qui sont des sortes de né-
cessaires pour diverses industries, et qui offrent, casé
sous un petit volume, l'assortiment propre à chacune.
Le prix en est extrêmement modique.
Cet exposant se recommande encore par la sollicitude
avec laquelle il s'occupe de ses ouvriers, par l'empres-
sement avec lequel il profite de toutes les occasions pour
provoquer l'avancement de l'industrie autrichienne.
Le Jury décerne à M. F. WERTHEIM la médaille
d'honneur.
...
COOPÉRATEURS.
Médailles de 2e classe.
M. F. Dollinger, contre-maître, à Vienne, chez
M. François Wertheim; y est employé au montage.
M. A. Fanta, à Vienne, chez M. François Wer-
theim; y est employé dans la fabrication des outils
d'acier.

[CNUM]


Visite à l'exposition universelle de Paris, en 1855

Henri Édouard Tresca

Paris 1855, Seite 138

"L'exposition de M. Wert-
heim, de Vienne, est bien plus intéressante encore; sa grande
fabrication lui permet d'obtenir tous les outils à des prix im-
possibles ailleurs: ses rabots montés, de tous profils, à 4 fr.
la paire, vaudraient trois fois autant partout ailleurs."
("Die Ausstellung des Herrn Wertheim
aus Wien ist auch sehr interessant: seine große
Produktion erlaubt ihm Werkzeuge zu einem Preis herzustellen,
der anderswo unmöglich wäre: seine Hobel mit allen möglichen
Profilen zu 4 Franc das Paar, wären
anderswo dreimal so viel wert.")

[CNUM]


Mittheilungen aus dem Gebiete der Statistik

herausgegeben von der Direction der administrativen Statistik im k. k. Handels-Ministerium

Siebenter Jahrgang, I. Heft. Wien 1858, Seite 40

Einzelne Etablissements, welche in dieser Summe enthalten sind, werden fabriks-
mässig betrieben und zählen 40 bis 100 Arbeiter und darüber. Besonders zu erwäh-
nen sind in dieser Beziehung die Etablissements zur Erzeugung landwirthschaft-
licher Maschinen zu Albersdorf bei Brüx (Fürst F. Lobkowitz) und zu Liebigitz
bei Wodnian (F. Horsky) in Böhmen, zu Friedland (Erzbisthum Olmütz) in Mähren,
zu Teschen (k. Hoheit Erzherzog Albrecht) in Schlesien, zu Ungrisch-Altenburg
(k. Hoheit Erzherzog Albrecht) und zu Pest (St. Farkas) in Ungern; zur Erzeu-
gung von Maschinen und Werkzeugen für Metall- und Holzbearbei-
tung von F. Werthheim zu Scheibbs und von J. Weiss et Sohn zu Wien in Nieder-
Oesterreich; zur Erzeugung von Eisenbahn-Erfordernissen F. Kraft et Sohn
zu Wien (Waggons), J. Stadler zu Edlach in Nieder-Oesterreich und A. Ganz zu
Ofen (Eisenbahnräder und Achsen).

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Wochenschrift zur Beförderung des Gartenbaus in den Königlich Preussischen Staaten für Gärtnerei und Pflanzenkunde.

Berlin 1862, Seite 412

Joh. Weiss aus Wien hatte 3 Werkzeugkassetten zur Verlosung geschenkt und
Fr. Werthheim zu gleichem Zweck eine Hobelbank
mit den ausreichenden Werkzeugen; auch sie waren ausgestellt.

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The International Exhibition of 1862.
The Illustrated Catalogue of the Industrial Department

VOL. IV. Foreign Division
Printed for Her Majesty's Commissioners
London 1862, Seite 104

1334. Wertheim Francis, I. R. Court and Paten-
ted Tool Manufacturing Hammerworks at Vienna and
Scheibbs. Principal Ware-house and Office: Vienna,
Wieden 348. Silver m. Vienna 1845. Silver M. Peters-
burg 1849. Prize-M. London 1841. Great M. Munich 1854.
Gold Honorary M. Paris 1855.

Assortment of Tools.
The exhibitor manufactures all kinds of tools of steel, iron,
yellow brass and wood for joiners, carpenters, coopers, wheel-
wrights, turners, tanners, saddlers and machinists. Founded
by the celebrated tool-smith Gruber, this manufactory exists
since 1841, was new-built 1857 and provided with the best ma-
chines, steam-power is avalled of and steel used which is pro-
duced in the manufacturer's hammerworks. The extent of the
establishment may be seen by the fact that 60,000 to 80,000 planes
are produced annually. The white beech-wood used for them is in
no country surpassed in its superior quality, whilst the pri-
ces are very moderate; for instance, a smoothing-plane, which
costs 10 s. in London and 6 frs. in Paris, is furnished by this
manufactory for 1 d. Collections of samples of its tools are to be
found in the polytechnic Institute at Vienna, the Museum at
Athens and Petersburg, the School of Industry at Fürth, and in
the "Conservatoire des Arts et Métiers" at Paris. The drawings
of these tools are everywhere used for being copied and are
accompanied with an explanatory text. Besides the distinctions
mentioned above, the exhibitor received: the silver medal at
the exhibition of Laibach in 1844, the gold medal at Linz in 1847
and in 1860.

His Majesty the Emperor of Austria conferred on him the golden
medal for art and science and made him knight of
the I. R. Austrian Francis Joseph Order, he is in possession of
the R. Hannoverian Guelph Order, the great golden medal on
the commander's ribbon, of the Imp. Russian St. Anne Order,
and is officer of the 1. Ottom. Medjidie Order.

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Alt und neu - Wien in seinen Bauwerken, redigirt von Karl Weiss

Wien, 1865, Seite 26

Wertheim Franz R. v. (Wieden, Theresianum- und Louisengasse 6; auch Besitzer der
k. k. Hof- und Landes-Werkzeug-Fabriken und Gewerke zu Scheibbs und Wien.) - Dieser
neue Fabricationszweig wurde im Jahre 1853 von Franz Ritter von Wertheim in Oesterreich
im Verein mit mehreren Ausländern eingeführt und obige Fabrik von R. v. Wertheim allein
im Jahre 1858 durch Baumeister Frauenfeld neu erbaut. Ausser der Erzeugung feuerfester
Cassen werden in obigen Bauten alle Sorten Hand-Werkzeuge unter der Firma Fr. Wertheim,
ferner bunte Papiere unter der Firma W. Knepper & Comp. (alleiniger Compagnon Fr. Wert-
heim) erzeugt. Die Grundfläche sämmtlicher Bauten beträgt bei 3000 Quadratklafter. Die
Cassen-Fabrik beschäftigt bei 300 Arbeiter, hat zum Betriebe eine Dampfmaschine von 20 Pferde-
kraft mit mehr als 40 Hülfsmaschinen, worunter eine Schlüssel-Erzeugungsmaschine, die alleinige
und erste am Continent.

Es folgt eine detailliertere Beschreibung der Kassenfabrik und der Erzeugung der Schlüssel. Am Schluß des Artikels steht dieser Satz:
Die Werkzeug-Fabrik und Buntpapier-Fabrik
beschäftigen separat bei 400 Arbeiter.

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Bericht über die von der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft veranstaltete land- und forstwirthschaftliche Ausstellung zu Wien im Jahre 1866

Wien, 1867, Seite 394

Unter den zahlreichen Industriellen Oesterreichs, welche die
Fabrication von Werkzeugen und Werkzeugmaschinen betreiben, haben
sich verhältnissmässig zwar nur wenige an der Ausstellung bethei-
ligt, immerhin aber bot das zur Ansicht gebrachte ein hinlängliches
und erfreuliches Bild zur Beurtheilung dieses Industriezweiges dar.

Namentlich war die Fabrication von Holzwerkzeugen und ins-
besondere solcher, bei denen die Holzfassung den Hauptbestandtheil
bildet, durch Herrn Franz Ritter v. Wertheim in hervorra-
gender Weise vertreten. Man fand in dem prachtvoll decorirten
Tableau alle Sorten Tischler-, Zimmermanns-, Binder- und Drechs-
lerwerkzeuge, nicht etwa eigens für die Ausstellung angefertigt,
sondern dem Fabriksvorrathe entnommen, in demselben Zustande,
wie sie in den Handel gebracht werden. Die Holzfassung der ver-
schiedenen Werkzeuge, namentlich der Hobelkästen, werden in
Wertheim's Fabrik durchaus mit der Maschine erzeugt, so dass zur
vollständigen Vollendung des Werkzeuges nur eine ganz unbedeu-
tende Nacharbeit, nämlich die Wegnahme des von der Maschine
stehen gelassenen Grates, erforderlich ist. Nur hiedurch wird es mög-
lich, die Holzfassungen mit jener Reinheit und Genauigkeit herzu-
stellen, die durch gewöhnliche Handarbeit kaum und nur mit grossem
Zeitverlust zu erreichen ist; aber auch mit jener auffallenden Billig-
keit, gegen die das Ausland nicht die Concurrenz zu halten vermag.

Einen wichtigen Factor, welcher der österreichischen Holzwerk-
zeugfabrication sehr zu Gute kommt, bildet das ausgezeichnet schöne
und feste im Inlande wachsende Weissbuchenholz, welches im Aus-
lande in dieser Qualität entweder gar nicht vorhanden, oder doch
nur viel theuerer als bei uns zu erlangen ist.

Auch die schneidenden Werkzeuge, wie Hobeleisen, Stemm-
eisen etc., werden von Herrn Wertheim in ausgezeichneter Quali-
tät erzeugt und sind gesuchte Artikel.

Oesterreichs Holzwerkzeug-Industrie deckt nicht nur den in-
ländischen Bedarf vollständig, sondern hat auch noch einen beträcht-
lichen Export nicht nur nach den übrigen Ländern Europa's, sondern
auch nach überseeischen Ländern.

Der Herr Aussteller erhielt die grosse silberne Medaille.

Seite 399

Katalog-Nr. 115, Wertheim Franz Ritter von, k. k. Hof- und priv. Werkzeugfabrikant in Wien.
Seine Holzwerkzeug-Fabrication steht auf der Stufe der Vollendung und entspricht
allen Anforderungen, die ein Preisgericht an diesen Fabricationszweig überhaupt stellen kann.

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Reports of Artisans Selected by a Committee Appointed by the Council of the Society of Arts to visit the Paris Universal Exhibition, 1867

London, 1867, Seite 41

Messrs. Frank Wertheim et Cie., Vienna, have a large case of nearly
all kinds of saws and edge tools labelled "Sold; destined to be distri-
buted among institutions in connexion with the Museum of South
Kensington". These saws are set with a gauge, deep into, crinking and
deforming the blades. "Cast-steel" is struck on them, in English.
They can only rank with decent second quality.

Seite 221

Messrs. Franz Wertheim and Co., of Vienna, have exhibited a large
assortment of joiners' and cabinetmakers' tools, &c., got up specially for
the Exposition. They have made some improvements since 1862, when
they exhibited a large assortment, but have now borrowed, or rather
adopted, without permission, the improvements invented by the British
toolmaker. I am informed that they are purchased for the South
Kensington Museum. I should recommend the Comissioners to have
the small case and its contents placed side by side in the Museum with that
Mr. C. Badger exhibited in the Exhibition of 1862, and then it would
be seen impartially whether the Austrian or the British workman's tools
were the best adapted for the manufacture of joinery. The tools of the
Austrian joiner are cheaper than British.

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Bericht über die Welt-Ausstellung zu Paris im Jahre 1867

(Band 2): Werkzeuge und Maschinen (IV), Verkehrsmittel (V).

Wien, 1869, Seiten 259-260

In der Classe 58 kommen hiervon nur die Tischlerwerkzeuge und vor
Allem die Hobel in Betracht. Speciell bezüglich dieser letzteren ist Oester-
reich schon seit einer Reihe von Jahren durch die beiden grossen Werkzeug-
Fabriken von Franz Wertheim und Johann Weiss & Sohn in Wien derart
vertreten, dass es, wenigstens was Billigkeit betrifft, den ersten Rang ein-
nimmt; übrigens ist auch die Ausführung und Gleichförmigkeit der Arbeit in
Folge der Massenproduction der beiden Etablissements eine vollkommen
entsprechende.

Die Franzosen haben in neuester Zeit, besonders bezüglich der Billig-
keit, bedeutende und erfolgreiche Anstrengungen gemacht 1), allein unser
ausgezeichnetes, sowohl billiges, als auch sehr festes Weissbuchenholz wird
uns stets einen bedeutenden Export an solchen Werkzeugen sichern, bei
denen, wie bei den Hobeln, das Holzstück den grösseren Theil des Werthes
repräsentirt. Natürlicherweise müssen dafür die in jedem Lande vorkommen-
den kleinen Unterschiede in der Construction oder den Formen, an welche die
Arbeiter gewöhnt und für welche sie eingerichtet sind, nachgeahmt werden,
indem es nur dann möglich ist, für dieselben Absatz zu finden. Wertheim
hat in neuester Zeit sogar eine grössere Partie Hobel nach Amerika gesendet.

Leider kann man das früher bezüglich der Hobel Erwähnte nicht auch
von jenen Werkzeugen sagen, bei welchen der Stahl den grösseren Theil des
Materiales ausmacht, daher auch vorzugsweise die Productionskosten bestimmt,
und es ist beklagenswerth, dass es der einheimischen Stahl-Industrie noch
immer nicht gelungen ist, entsprechende Stahlsorten für feinere Werkzeuge,
wie Hobeleisen u. dgl. zu erzeugen, so dass man gezwungen ist, bei densel-
ben zu englischem Werkzeugstahl seine Zuflucht zu nehmen.

Die englischen und französischen Hobeleisen sind etwas stärker als die
österreichischen; dies hat seinen Grund in der Erzeugungsart, indem bei den
ersteren die Stahlplatte auf das Eisen geschweisst ist, während bei den
österreichischen eine vollkommen gleich dicke Stahlplatte auf das Eisen auf-
gelöthet wird.

Sowohl Wertheim als Weiss hatten die Holzbearbeitungs-Werkzeuge
für Tischler nicht von jenen für Binder und Wagner und von den Werkzeugen
für Gerber, Riemer, Sattler und Buchbinder etc. getrennt, und in besonderen
Classen aufgestellt, sondern für ihre sämmtlichen Handwerkzeuge eine
Collectiv-Ausstellung veranstaltet und es war besonders Wertheim 2), welcher
durch die Art der Aufstellung und die Anordnung derselben Aufsehen
erregte und mit den meisterhaften Anordnungen in der französischen Aus-
stellung (von Jackson und Anderen) wetteiferte.

Die Franzosen verwenden zu den Hobeln ausser dem Buchenholz (charme)
häufig auch Spierlingholz (cormier), welches denselben ein sehr gutes Ansehen
gibt, dieselben aber noch mehr vertheuert. Wertheim hatte eine grössere
Partie Hobel ausgestellt, welche aus einem schwarzen Holz angefertigt sind,
das sehr ähnlich dem Ebenholz aussieht, jedoch nichts anderes als Eichenholz
ist, welches sehr lange Zeit im Wasser gelegen hat.


1) Dennoch kostet heute noch immer z. B. ein einfacher Schlichthobel sammt Eisen in Wien
etwas über 1 Franc, während er in Paris 3-4 Frcs. kostet. Eine Hobelbank, die in Wien auf 25 Frcs.
kommt, kostet in Paris 70-80 Frcs., in London circa 3 L. St. (75 Frcs.).

2) Die Gesammtexposition der Firma FRANZ WERTHEIM, bestehend aus 1400 Stück diversen
Handwerkzeugen, welche für den technischen Unterricht systematisch geordnet waren, hat auch beson-
ders die Aufmerksamkeit der Lehranstalten auf sich gezogen, sodass dieselbe, wie uns Herr R. v. WERT-
HEIM mitgetheilt hat, dreimal verkauft wurde und zwar für die technische Schule zu Stockholm,
das Polytechnikum in Turin und das Kensington-Museum zu London. WERTHEIM hatte bei dieser
Ausstellung auch die in der Classe 90 (Unterrichtsmittel) ausgestellte und von ihm verfasste "Werk-
zeugkunde" aufliegen, welche circa 1000 Abbildungen diverser Handwerkzeuge nebst beschrei-
bendem Text über die Construction und Verwendung derselben enthält, wodurch einem längst gefühl-
ten Bedürfnisse für den technologischen Unterricht entsprochen wird. Näheres enthält der Bericht
über Cl. 90 im XI. Hefte, S. 213 u. 313.

[Universitätsbibliothek Heidelberg]


Verhandlungen und Mittheilungen des niederösterreichischen Gewerbe-Vereins

XXIX. Jahrgang. Wien 1868, Seite 8

Wertheim Franz Ritter von, k. k. Hof-Lieferant und Fabriksbesitzer. Wieden,
Hauptstrasse 51.

Seite 35

Wertheim Franz Ritter von, Comthur des Franz Josef-Ordens, Ritter d. eis.
Krone III. Cl., u. m. a. O., k. k. landesbef. Fabriksbesitzer. Stadt, Schwarzen-
bergplatz 14.

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Fifteenth Report of the Science and Art Department of the Committee of Council on Education

London, 1868, Seite 298

Appendix D. - South Kensington Museum.

Structural Collection. - The room immediately adjoining the War
Materials has been fitted to receive models of machinery; it is
intended that they shall be shown in motion. A line of shafting has
been constructed along the centre of the room, the models will be
exhibited on either side. This room is open to the public, but the
arrangements are not yet completed. Among other specimens at
present placed there is a large and interesting collection of Austrian
tools from Vienna, intended for carpenters, joiners, coachbuilders, &c.,
also a lathe and carpenter's bench, all remarkable for their small cost.
No other important alteration has been made in the Structural collec-
tion. Many new examples have been received and exhibited in their
respective classes. Some fine specimens of terra-cotta have been erected
in the West gallery.

London, 1868, Seite 383

A large and valuable collection of 359 varieties of tools used by
artificers in Austria - carpenters, joiners, coopers, coach builders, &c.,
was also purchased from the maker, M. Franz Wertheim, of Vienna, at
the late Paris Universal Exhibition. Some of these tools appear to be
unknown in English workshops.

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Beiträge zur Geschichte der Gewerbe und Erfindungen Oesterreichs von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart

Wilhelm Franz Exner

Wien 1873, Seite 406

In den dreissiger Jahren errichtete
Anton Gruber in Wien und etwas später in Scheibbs in Nieder-
Oesterreich eine Fabrik, welche im Jahre 1841 an Franz Wertheim
überging und unter der neuen energischen Leitung sich bald einen
Weltruf erwarb. Schon im Jahre 1845 trat Wertheim bei der
Gewerbe-Producten-Ausstellung in Wien mit einer grossartigen,
nahezu 1000 verschiedene Stücke zählenden Collection von Werk-
zeugen auf. Diese Sammlung wurde dem technologischen Cabinete
des polytechnischen Institutes in Wien einverleibt, und war die erste
einer Reihe von Lehrmittel-Sammlungen, welche Wertheim für die
Mehrzahl der technologischen Museen Europa's nach und nach
lieferte. Die ausserordentliche Geschäfts-Routine Wertheim's docu-
mentirte sich ausser den erzielten materiellen Erfolgen, unter anderm
im Jahre 1867, durch die Herausgabe einer Werkzeug-Kunde,
welche sowohl dem Autor als den von ihm geleiteten Fabriken, als
auch endlich dem technischen Unterrichte gar sehr zu Statten
kommt. Nebst Weiss und Wertheim sind auch in einigen Provinzen
einzelne tüchtige Werkstätten für Holz-Bearbeitungs-Werkzeuge
zu finden; im Allgemeinen blieben jedoch diese beiden Etablisse-
ments von dem Zeitpuncte ihres Entstehens an in der Branche tonan-
gebend.

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Die in dem obigen Kommentar zur Weltausstellung 1867 in Paris angesprochenen Werkzeuge finden sich wieder in einem Katalog des South Kensington Museums in London.

Catalogue of Models of Machinery, Drawings, Tools, &c. in the South Kensington Museum

London, 1880, Seite 96-98

39. COLLECTION OF CRAFTMEN'S HAND TOOLS. - AUSTRIAN MANUFACTURE.

HAND TOOLS made by Baron Wertheim and Co.,
Vienna, 1868.
Purchased. 1868.
The Collection comprises the following HAND TOOLS:-
Carpenters', Cabinetmakers', Joiners', Coach-
makers', Wheelwrights', and Coopers' Tools.
Wertheim, Vienna. 1868.
Hand Planes. 26 Planes in Black Wood, Circular
Planes, Ploughs, &c. Wertheim, Vienna. 1868.
Hand Planes and Trying Planes. 11 Hand Planes
and 1 Trying Plane in Yellow Wood. Wertheim,
Vienna. 1868.
Hand Planes, in Rose Wood. Trying Plane, 5 Mould-
ing Planes, 4 Rabbet Planes, Ploughs, Side-Filisters,
Sash-Filister, 5 Hand Planes, 5 Moulding Planes
for Circular Work. Wertheim, Vienna. 1868.
Hand Planes, in White Wood (Birch), 74. Moulding
Planes. Beads, Hollows and Rounds, O.G. Mould-
ings, Rabbet Planes, Sash Planes, Ploughs,
Filisters, and Grooving Planes. Wertheim,
Vienna. 1868.
Hand Planes, in White Wood, 46. Trying Planes.
Jack Planes. Hand Planes. Moulding Planes.
Circular Planes. Smoothing Planes. Hollow
Planes. Ploughs. Filisters, &c. Wertheim,
Vienna. 1868.
HAND TOOLS, FOR COOPERS. Austrian. Wertheim,
Vienna. 1868. Jointing Plane, Taper Bit. Rime-
ing Bit, for cutting Bungholes. Plane for Hoop
Cutting. Ploughs for Circular Work. Angle
Rebate Plane, and Side Rebate Plane. Circular
Planes with Iron Gauges. Routers. Wood
Screw Vice.
SAWS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1868. Double
Saw. Six Frame Saws. Framed Saw and Mitre
Cutting Block. Framed Saw and Block, for
Cutting any Angle.
HAND TOOLS, Miscellaneous. Austrian. Wertheim,
Vienna. 1868. Double and Single Hand Screws.
Clamps. Wood Squares. Reed Planes. Small
Chariot Planes.
HAND TOOLS, Miscellaneous. Austrian. Wertheim,
Vienna. 1868. Cabbage Slicing Machine, with
5 blades. Cucumber Slicing Machine, &c.
WOOD BLOCKS. Austrian. Wertheim, Vienna.
1868. Fitted for Coppersmiths, Brassworkers,
Tinmen, Zinc, Iron, and Lead Workers' use.
TURNING LATHE, in Wood. Austrian. Wertheim,
Vienna. 1868. Fitted with Reciprocating Saw,
Moveable Head Stock, Sliding Seat. Driving
Wheel, and Treadle.
BENCH for Carpenters or Cabinetmakers. Aus-
trian. Wertheim, Vienna. 1868. 4 feet 3 inches
long by 2 feet wide. Fitted with Screw Block,
Wood Vice, Hand Screws, &c.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 1. Wall Case. - Hammers.
For Carpenters, Cabinetmakers, Joiners, Engi-
neers, &c.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 2. Wall Case. - Curriers' Tools.
Knives, Scrapers, &c.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 3. Wall Case. - Carpenters' Tools.
Gimlets, Augers, Gouges, Spanners, Punches,
Squares, &c.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 4. Wall Case. - Engineers' Tools.
Shears, Callipers, Compasses, Pincers, &c.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 5. Wall Case. - Turners' Tools.
Chisels, Gouges, &c. for Wood; Chisels, and
Cutters for Iron work.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 6. Wall Case. - Turner's Tools.
Chisels and Gouges for Wood Turning, Iron
and Metal Turning.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 7. Wall Case. - Carpenters' and Cabinet-
makers' Tools.
Firmer Chisels.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 8. Wall Case. - Carpenters' and Cabinet-
makers' Tools.
Single and Double Plane Irons, Toothing
Irons for Veneer Work.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 9. Wall Case. - Curriers' and Smiths' Tools.
Knives for Curriers' Work. Moulds, Punches,
&c., for Smiths' Work.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 10. Wall Case. - Engineers' and Smiths' Tools.
Stocks and Dies, Braces, Hand Vices, Plane
Irons, &c.
Machine for Cutting Cavendish Tobacco.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 11. Wall Case. - Coachmakers' Tools.
Plough and Rebate Planes, Stocks and Dies,
Braces, Metal Gauge, Plumb Bob and Level,
&c.
HAND TOOLS. Austrian. Wertheim, Vienna. 1869.
No. 12. Wall Case. - Carpenters' and Wheel-
wrights' Tools.
Drawing Knives, Spoke Shaves, Compasses,
Saw Setts, Bevels, Gauges, Hand Vices,
&c.

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Amtlicher Catalog der Ausstellung der im Reichsrathe vertretenen Koenigreiche und Laender Oesterreichs

Wien 1873, Seite 255

425 Wertheim Franz, k. k. Hof- und
erste landesbef. Werkzeugfabrik, Wien, I.,
Schwarzenbergstrasse 14 und Scheibbs, Nie-
der-Oesterreich. Alleiniger Besitzer F. Freiherr
von Wertheim. Eine Collection aller Sorten
Werkzeuge aus Stahl, Eisen und Holz für Eisen-
bahnen, Schiffsbau-Industrie und Gewerbe.

Markenschutz. Erste Preis-Medaillen: Lon-
don 1851 und 1862, Paris 1855 und 1867. Zweig-
niederlagen, Agenten und Bevollmächtigte in allen
ersten Platzen der Monarchie, ebenso im
Oriente, in Afrika und Amerika. Dieses
Etablissement wurde in den 1840er Jahren
durch den jetzigen Besitzer von Gruber
übernommen. Eine durch Privilegium geschützte
Specialität dieser Fabrik: Alle Stahlwerkzeuge
mit Gussstahlblech zu belegen. Die Erzeugung
beträgt wöchentlich 25.000 Stück verschiedener
Werkzeuge. Die technischen Cabinete zu Wien,
Paris, London, Petersburg, Turin und Fürth
verwenden Mustersammlungen der Erzeugnisse
dieses Etablissements zum Unterrichte. Ferner
hat der Aussteller ein Werk unter dem Titel:
"Werkzeugkunde" herausgegeben, welches
über 1000 Abbildungen enthält. Zu Wien:
1 Dampfmaschine von 20 Pfdkr. und 40
Hilfsmaschinen; zu Scheibbs: 3 Wasserwerke
von 150 Pfdkr. 3-400 Arbeiter. (H.G.)

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Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873

Braunschweig 1874, Seite 291

Unter den Ausstellern von Werkzeugen wollen wir nur zwei her-
vorheben, welche wohl das Bedeutendste leisten, das ist Franz Wert-
heim in Scheibbs und Wien, dessen Prachtausstellung im Mittelgange
des Hauptgebäudes ihren Platz hatte, und Joh. Weiss & Sohn, wel-
cher in einem südlichen Seitenflügel seine reichhaltige Collection von
Schreiner-, Drechsler-, Wagner- und anderen Holzbearbeitungswerkzeu-
gen aufgestellt hatte.

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Official Catalogue of the International Exhibition of 1876

Philadelphia 1876, Seite 210

343 Wertheim, Baron Franz, Vienna.-
Complete representation of the Austrian
tool manufacture.   280

[Erklärung Seite 32:
Class 280. - Hand tools and instruments used by carpenters, joiners, and for wood
and stone in general. Miscellaneous hand tools used in industries,
such as jewellers', engravers'.]

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Reports of the United States Commissioners to the Paris Universal Exposition

1878, Seite 45

Franz Wertheim & Co. and John Weiss & Sons exhibited
fine collections of bench tools. The former firm also ex-
hibited fire and burglar proof safes.

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Blätter für Technikgeschichte

Heft 11, Wien 1949, Seite 65-76

[Etwas bruchstückhafter Auszug]

Franz Freiherr von Wertheim
Ein Lebensbild aus der Gründerzeit
Erich Kurzel-Runtscheiner

Dieses und auch den Reichtum, den er erwarb, hatte Wertheim ausschließlich der ihm innewohnenden Kraft, seiner Intelligenz und jener Ausdauer zu verdanken, mit der er, unermüdlich tätig und rücksichtslos alle Hindernisse bei Seite räumend, einem Ziel zustrebte, das er sich selbst gesteckt hatte und von dem er niemals abließ.

Zur Vervollkommnung seiner Ausbildung bereiste Wertheim nach beendeter Schul- und Lehrzeit Deutschland, Frankreich und England. Mit klarem Blick erkannte er auf diesen Reisen bald, was es bedeutet, vorzügliches Werkzeug für die gewerbliche Betätigung zur Verfügung zu haben. Daher schien sich dem nach Österreich Zurückgekehrten auf dem Gebiet des Handels mit Werkzeugen, die im Inland nicht erzeugt wurden, ein Weg nach vorwärts eröffnen zu wollen. Bald aber befriedigte ihn diese rein kaufmännische Tätigkeit nicht mehr. Er gab sie rasch entschlossen auf und wendete sich der Erzeugung von Werkzeugen zu, die er in einer kleinen, in Krems begründeten Werkstätte aufnahm. Anfänglich war WERTHEIM aber gegenüber den aus Frankreich und England eingeführten Werkzeugen, die alles an Güte übertrafen, was im Inland erzeugt wurde, durchaus nicht wettbewerbsfähig. Er mußte sich daher zuerst damit begnügen, die aus dem Ausland bezogenen Stähle in Griffe, Hobelkasten, Hobelbänke und in andere Holzbearbeitunsvorrichtungen, wie sie in den handwerklichen Betrieben damals üblich waren, einzubauen. Diese Werkzeuge und einfachen Maschinen ließ Wertheim in geschickter Weise in seinen Werkstätten aus dem in Österreich in besonders vorzüglicher Qualität verfügbaren Weißbuchenholz herstellen.

WERTHEIM verlor aber selbst damals sein Ziel, aus ausnahmslos im Inland gewonnenem Halbzeug gebrauchsfertige Werkzeuge in den ausländischen ebenbürtiger Güte im Inland zu erzeugen, niemals aus dem Auge. Nach wenigen Jahren voll unentwegter Versuche gelang es Wertheim, durch sachkundige Verwendung vorzüglichen steirischen Stahls, zur Erzeugung der schneidenden Teile seiner Werkzeuge überzugehen. Er erreichte hierbei, daß diese sich auch den besten ausländischen Erzeugnissen gleichwertig erwiesen. Besonders fördernd für das Streben WERTHEIMS war es, daß er 1842 zwei von ANTON GRUBER in den Dreißigerjahren begründete Werkzeugschmieden übernehmen konnte. Diese Betriebe, von denen einer in Wien und einer in Neuberg bei Scheibbs stand, leisteten schon vor der Übernahme durch den neuen Herrn Vorzügliches. Unter Wertheims zielbewußter Leitung wurde die Qualität der dort und in seinem Kremser Betrieb erzeugten Werkzeuge so gesteigert, daß man auf diese nicht nur im Inland, sondern bald auch im Ausland aufmerksam wurde.

Schon im Jahr 1845 konnte Wertheim anläßlich der Gewerbe- und Produkten-Ausstellung in Wien mit einer nahezu tausend verschiedene Stücke zählenden Mustersammlung von in seinen Betrieben angefertigten Werkzeugen vor die Öffentlichkeit treten. Diese von der Ausstellungsjury mit einem ersten Preis bedachte Sammlung wurde dem Technologischen Cabinet des Polytechnischen Instituts in Wien einverleibt. Sie war die erste in einer Reihe von Lehrmittelsammlungen, die Wertheim in weiterer Folge für beinahe alle technologischen Museen Europas herstellen konnte. Die Tatsache aber, daß sich unter den belieferten Instituten auch das Conservatoire des Arts et Metiers in Paris (1855) und das South Kensington Museum in London (1867) befanden, wird besonders bedeutsam, durch den Umstand, daß noch wenige Jahre vorher Österreichs Werkzeugerzeugung jener Frankreichs und jener Englands durchaus nichts Ebenbürtiges hatte entgegenstellen können.

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Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 09. Dezember 2015