Wolfgang Jordan
HOLZBEARBEITUNG MIT HANDWERKZEUGEN

Techniken: Fügen

 

Das Fügen von Brettern

Historisches

Früher, als Bäume noch lange wachsen durften, bevor ihr Holz zu Balken und Brettern verarbeitet wurde, konnte der Schreiner ganze Schrankseiten oder Regalbretter aus einem Brett fertigen. Aber auch damals schon mußten breitere Teile aus mehreren Brettern zusammengefügt werden. Die heutigen Leime ermöglichen eine Verbindung zweier Bretter, die, wenn sie sauber ausgeführt wurde, stabiler als das Holz selbst ist. Voraussetzung dafür ist, daß die Kanten sauber und ohne Lücken aufeinander liegen. Die Herstellung dieser Verbindung ist jedoch nicht ganz einfach. Deshalb habe ich einige Punkte aufgeschrieben, auf die man achten sollte.

Theorie

Die Breitenverbindung zweier Bretter kann auf unterschiedliche Weise ausgeführt werden. Aus dem oben genannten Grund ist aber die einfachste Möglichkeit vollkommen ausreichend. Insbesondere wird eine 'Verstärkung' der Verbindung durch Dübel oder Lamellos nicht benötigt. Diese Hilfsmittel können jedoch das Verleimen vereinfachen, indem sie das Verrutschen der Bretter gegeneinander verhindern.

Eine gute Verbindung kann man also dadurch erzielen, indem man die Kanten der beiden Bretter absolut gerade und rechtwinklig zu den Brettflächen hobelt. Theoretisch wäre das perfekt, in der Praxis gilt es aber folgendes zu beachten:

Kurze Bretter (bis ca. 50 cm) kann man auch mit dem Putzhobel fügen. Darüber hinaus wird aber die größere Länge der Rauhbank benötigt. Die lange Sohle folgt nicht den eventuell vorhandenen Hügeln und Senken und begradigt die Kante fast automatisch.

Ausführung

Das Brett mit einem Ende in die Vorderzange der Hobelbank einspannen. Das andere Ende wird mit einem Bankknecht oder einem in ein Bein der Bank eingesteckten Holzdübel abgestützt. Die Rauhbank auf das eine Ende aufsetzen und die Kante in einem Durchgang hobeln. Beim ersten Strich wird der Hobel nur an einigen Stellen Späne abheben, aber schließlich erhält man einen durchgehenden Span in der Breite der Brettkante. Dabei ist darauf zu achten, daß der Hobel genau senkrecht sitzt, um eine rechtwinklige Kante zu erzielen. Dieser Vorgang ist gerade für den Anfänger recht schwierig, aber es gibt einige gute Tricks, die die Arbeit erleichtern:


Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 09. Dezember 2015