Wolfgang Jordan
KLEINES WERKZEUGMUSEUM
Zeichnung aus dem Patent Nr. DE0001042877A (Hobel 'Primus' von ECE)

Patente: Profilhobelmesser nach dem Patent DE2181

Wiedergabe eines Patents von Carl Pieper und Grössler in Dresden

"Kehlhobel mit glatt anschleifbaren Messern"

Patentschrift No. 2181

Patentirt im Deutschen Reiche vom 4. November 1877 ab.

Vorliegende Erfindung besteht darin, die Eisen von Kehl- oder Gesimshobeln, sowie die Messer zur Anfertigung von Gesimsleisten auf Hobelmaschinen so zu bilden, daß sie auf gewöhnlichen Schleif- und Abziehsteinen geschärft werden können, ohne die geschweifte Fläche an der Schnittkante feilen oder mittelst besonders geformter Steine schleifen zu müssen.

Es wird zu diesem Zwecke der Rücken des Eisens auf seiner ganzen Länge oder einem Theil derselben derart geformt, daß, wenn dasselbe am Ende schräg abgeschliffen wird, die erzeugte Schnittkante der gewünschten Kehlung entspricht. Das so hergestellte Eisen oder Messer wird alsdann an dem Hobelgehäuse bezw. an der Messerwelle einer Hobelmaschine so befestigt, daß die abgeschrägte Fläche (Fase) nach vorn gerichtet ist.

Ein Kehlhobel mit derartigem Eisen ist auf beiliegender Zeichnung dargestellt. Fig. 1 ist eine Seitenansicht, Fig. 2 eine Endansicht, Fig. 3 ein Theil eines Längen-Durchschnitts nach der Linie W-X, Fig. 2 und Fig. 4 ein Querschnitt nach der Linie Y-Z, Fig. 3. Die Fig. 5 und 6 zeigen veränderte Anordnungen der Eisen bei Hobeln, und Fig. 7 Messer der verbesserten Art in ihrer Anwendung bei Holzhobel-Maschinen, Fig. 8 stellt ein Hobeleisen dar, welches behufs Materialien-Ersparnis und andersartiger Darstellungsweise auf beiden Seiten geschweift ist. Das Hobeleisen a kann gekrümmt sen, wie in den Fig. 1 und 3, oder gerade wie die Fig. 5, 6 und 8 zeigen. Dasselbe ist in Fig. 1, 3, 5 und 6 auf der unteren oder Rückseite der ganzen Länge nach modellirt oder gekehlt, wie der Durchschnitt Fig 4, angiebt, doch kann die Kehlung sich auf einen Theil der Länge beschränken oder eine beiderseitige sein, wie in Fig. 8. Es ist zweckmäßig, das Hobelgehäuse für diese Eisen aus Metall herzustellen, obwohl auch Holz dazu verwendet werden kann. Das Eisen ist an dem Theile b des Gehäuses mittelst einer Schraube d, Fig. 1, 3 und 4 befestigt.

Um das Eisen verstellen zu können, geht die Schraube durch einen Schlitz in dem Theil b. Dieser Theil des Hobels muß an der Auflagerungsfläche des Eisens mit dessen Kehlform übereinstimmen, und ist es zweckmäßig, einen Streifen Tuch oder anderes entsprechendes Material zwischen Hobeleisen und Auflagefläche zu legen, um die Reibung zu erhöhen und eine zufällige Verstellung des Eisens zu verhindern. Dieser Tuchstreifen kann an dem Theile b festgeleimt werden. Die Kehlung auf der Rückseite des Eisens muß derart beschaffen sein, daß, nachdem letzteres am unteren Ende schräg angeschliffen und im Hobel befestigt worden ist, seine Schnittkante mit der gekehlten Sohle des Hobels übereinstimmt. Die gebogene Form des Eisens gewährt einen gewissen Vortheil für die Herstellung, da alsdann mehrere Eisen in einem Ringe auf der Drehbank gedreht werden und nachträglich abgeschnitten werden können. Das Eisen kann aber auch gerade sein, wie in Fig. 5 und 6. Bei der ersten in dieser Figur dargestellten Anordnung sitzt die Schraube d in dem Hobelgehäuse fest, und hat dann das Eisen zum Zwecke seiner Verstellung einen Schlitz. Bei der in Fig. 6 gezeigten Anordnung ist das gerade Eisen mit seiner ebenen oberen Seite unter eine von der Seitenwand des Hobels aus vorspringende Leiste b geschraubt; hierdurch wird die Auskehlung der Auflagefläche des Eisens vermieden.

Um Material zu sparen, können die Hobeleisen aus einer Platte von der Dicke der gewöhnlichen Eisen in ihre besondere Form gepreßt oder gestanzt werden. Dieselben zeigen dann auf der oberen Seite eine Kehlung, welche der der unteren Seite entspricht (s. Fig. 8). - In diesem Falle bedarf es, sofern man nicht die Verwendung des Gußstahles zur Darstellung der Eisen vorzieht, nur einer Verstählung der einen Seite des Eisens, wie bei den gewöhnlichen flachen Eisen.

Die schräge Endfläche (oder Face) v w, Fig. 3, 5 und 6, läßt sich, weil sie gerade ist, auf jedem gewöhnlichen Schleifsteine schleifen. Dieselbe ist in dem Hobel nach oben und nach vorn gerichtet, während sie bei allen bisherigen Hobeleisen nach hinten und nach unten gestellt werden mußte. Diese Face muß gegen die Sohle des Hobels im allgemeinen unter demselben Winkel geneigt sein, wie das Eisen selbst bei den gewöhnlichen Hobeln, während die Neigung der geschweiften hinteren Fläche an der Schnittkante mit derjenigen der Face der gewöhnlichen Hobeleisen übereinstimmt.

Der in Fig. 2 und 5 angegebene Schieber k dient als Führung, um bei einem und demselben Arbeitsstück alle Kehlungen genau auf gleiche Tiefe zu hobeln. Derselbe kann mittelst Schraube verstellt werden.

Die beschriebenen Hobeleisen können bei Kehlhobeln aller Art, bei Nuth-, Spund-, Falz- und anderen ähnlichen Hobeln, sowie selbst bei gewöhnlichen Hobeln mit flacher Bahn verwendet werden. Aber auch bei Hobelmaschinen sind sie anwendbar, wie der Durchschnitt der Messerwelle einer solchen Maschine, Fig. 7, zeigt. Die Messer a a sind auf der äußeren oder Blickseite in der oben angegebenen Seite façonirt, und werden unter Zwischenfügung einer dem Rücken des Messen entsprechend geformten Platte h an die Messerwelle b geschraubt.

PATENT-ANSPRUCH: Ein Hobeleisen bezw. Messer einer Hobelmaschine, dessen Rückseite nach Maaßgabe der herzustellenden Kehlung geformt ist, während die schräge Endfläche oder Face sich an der vorderen bezw. von dem Arbeitsstück abgewendeten Seite des Eisens oder Messers befindet.

Putzhobel Patent DE2181

Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 09. Dezember 2015