Wolfgang Jordan
HOLZBEARBEITUNG MIT HANDWERKZEUGEN
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Techniken: Stoßlade

 

Stoßlade

Zweck

Beim Bau von Möbeln kommt es regelmäßig vor, daß man vor der Aufgabe steht, die Hirnholzkante eines Brettes genau rechtwinklig zur Oberfläche und den anderen Kanten zu hobeln. Mit viel Übung kann man das sicher auch durch Anreißen und Hobeln bis zum Riß erreichen. Einfacher und sicherer aber geht es mit der Stoßlade, die sich der Schreiner im allgemeinen selbst anfertigt. Auch zum Abrichten kurzer Bretter in Richtung der Maserung ist die Stoßlade sehr hilfreich.

Aufbau

Die Stoßlade besteht im einfachsten Fall aus einem Brett, dessen eine Kante als Führung für den auf der Seite liegenden Hobel dient. Parallel zu einer dazu rechtwinklig stehenden Kante wird eine Leiste als Anschlag befestigt. Diese dient dazu, den rechten Winkel einzustellen und verhindert außerdem,daß die hintere Ecke des Brettes abbricht. Man kann diese Anordnung so direkt auf der Hobelbank benutzen oder nochmal auf eine eigene Grundplatte schrauben. Das zu bearbeitende Brett wird so an den Anschlag gelegt, daß es mit der abzurichtenden Kante leicht über die Führungskante vorsteht. Der Hobel wird auf die Seite gelegt und die Brettkante damit abgehobelt.

Folgende Punkte sind für eine korrekte Funktion wichtig:

Stoßlade
Anwendung der Stoßlade (aus Bieler: 'An der Hobelbank' [1954])

Auf die gleiche Weise kann man auch Gehrungen bestoßen, wenn man den Anschlag im entsprechenden Winkel auf der Auflageplatte befestigt. Für Gehrungswinkel von 45 Grad gibt es auch entsprechende Gehrungsladen zu kaufen.

Gehrungsstoßlade
Gehrungsstoßlade (aus Bieler: 'An der Hobelbank' [1954])

Eine Frage zur Funktion der Stoßlade taucht immer wieder auf, und das ist: Wird bei der Benutzung nicht die Führungskante ebenso abgehobelt? Die Antwort ist: Jein, aber das kann nur bei einer neuen Stoßlade passieren. Durch die Benutzung entsteht dann eine kleine Stufe in der Führung, die aber die Funktion nicht beeinträchtigt.

Weiterführende Links:
englishUsing a Shooting Board

Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 09. Dezember 2015