Wolfgang Jordan
KLEINES WERKZEUGMUSEUM

Musterhobel

 

Salesman's Sample Planes

Hobel "A": 140x39x40 mm
Weißbuche
Kennzeichen: Messingplakette "FRANKONIA, A, D.R.G.M.", Stempel "D.R.G.M." vorne unter der Nase, Nummer "41" mit Bleistift auf dem Eisenbett und auf der Rückseite des Keils
Alter: > 1930
Hersteller: Friedrich Ott, Ochsenfurt

Eisen: 114x27x4 mm, konisch, nicht verstählt
Kennzeichen: keine
Hersteller: unbekannt

Hobel "B": 140x40x40 mm
Weißbuche
Kennzeichen: Messingplakette "FRANKONIA, B, D.R.G.M.", Stempel "D.R.G.M." vorne unter der Nase, Nummer "100" mit Bleistift auf dem Eisenbett und auf der Rückseite des Keils
Alter: > 1930
Hersteller: Friedrich Ott, Ochsenfurt

Eisen: 114x27x4 mm, konisch, nicht verstählt
Kennzeichen: keine
Hersteller: unbekannt

  Plane "A", body: 140x39x40 mm
Hornbeam
Marks: Brass plate "FRANKONIA, A, D.R.G.M.", stamp "D.R.G.M." below horn, Number "41" written in pencil on blade bed and on back of wedge to ensure a good fit
Age: > 1930
Maker: Friedrich Ott, Ochsenfurt/Germany

Iron: 114x27x4 mm, tapered, non laminated
Marks: none
Maker: unknown

Plane "A", body: 140x40x40 mm
Hornbeam
Marks: Brass plate "FRANKONIA, B, D.R.G.M.", stamp "D.R.G.M." below horn, Number "100" written in pencil on blade bed and on back of wedge to ensure a good fit
Age: > 1930
Maker: Friedrich Ott, Ochsenfurt/Germany

Iron: 114x27x4 mm, tapered, non laminated
Marks: none
Maker: unknown

Zwei Musterhobel der Firma Friedrich Ott, Ochsenfurt
Seitenansicht
Side view
Besonderheiten: Die beiden Hobel unterscheiden sich nur im Widerlager und sind mit "A" und "B" bezeichnet. Ich besitze einen Putzhobel von Friedrich Ott, der ein rundes Widerlager besitzt und mit "C" gekennzeichnet ist. Wie es scheint, stammen diese Hobel aus einer Phase, wo die Firma Ott, wie mehrere andere Hersteller auch, versuchte, das herkömmliche Widerlager zu verbessern. Ein Katalog von 1935 zeigt noch die Typen "A" und "B". Im Katalog von 1940 ist nur noch der Typ "B" enthalten (siehe Seite 5).

Ursprünglich war ich der Meinung, daß es sich bei diesen Hobeln um Kinderhobel handelt. In Katalogen von Friedrich Ott von 1920 und 1940 wurden Kinderhobel in verschiedenen Größen angeboten, auch in der Länge dieser beiden Hobel.

Es spricht aber einiges dafür, daß diese Exemplare etwas Besonderes sind. Beide Hobel habe ich von der Familie Ott bekommen. Sie sind außerordentlich sauber gearbeitet bis in die Details. Auf der Rückseite befindet sich je eine Plakette, die neben dem Markennamen die Buchstaben "A" und "B" (vermutlich zur Unterscheidung des Keilwiderlagers) tragen. Für einfache Kinderhobel scheint mir das ungewöhnlich aufwendig. Ich denke, daß es sich bei diesen beiden Hobeln um Musterhobel handelt, wie sie ein Vertreter mit sich führt.

Von der Enkelin von Johann Karl Friedrich Schumm habe ich Photos eines ähnlichen Musterhobels bekommen, mit der ihr Großvater auf Reisen gegangen sein soll. Dieser Hobel ist sogar noch kleiner, er mißt etwa 11 cm.
  Special feature: I was thinking of children's planes, when I got these. Planes in small sizes can be found in various catalogs by Friedrich Ott. But there is something special about these little planes.

I received both planes from the Ott family. They are worked in fine detail and have a brass plate specifying trade mark and plane type (different wedge bolts). I regard these planes as salesman samples.

This is confirmed by pictures of another sample plane I got from Friedrich Ott's co-owner Schumm's grandchild. This plane was even smaller, just a little over four inches.
Zwei Musterhobel der Firma Friedrich Ott, Ochsenfurt
Ansicht von oben; die beiden verschiedenen Widerlager sind gut zu erkennen
Top view; notice the different wedge bolts
Zwei Musterhobel der Firma Friedrich Ott, Ochsenfurt
Ansicht von hinten, "FRANKONIA, A/B, D.R.G.M."
Back view, "FRANKONIA, A/B, D.R.G.M."
Zwei Musterhobel der Firma Friedrich Ott, Ochsenfurt
Ansicht von vorne, "D.R.G.M."
Front view, "D.R.G.M."

Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 09. Dezember 2015