Wolfgang Jordan
KLEINES WERKZEUGMUSEUM
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Werkzeugschrank (aus Bücheler: 'Der praktische Möbelschreiner', 1922) Werkzeugschrank (aus Bücheler: 'Der praktische Möbelschreiner', 1922)
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Werkzeuge des Schreiners und Glasers (aus Bücheler: 'Der praktische Möbelschreiner', 1922)
(eine nähere Beschreibung findet man hier)
(Hintergrundbild der Museums-Seiten: Werkzeugschrank aus Flocken, Walkling: 'Lehrbuch für Tischler', 1961)
In den gängigsten Browsern kann man auf die Werkzeuge klicken und kommt dann direkt zu einer näheren Beschreibung.

Allgemeines

Auf dieser Seite will ich einen Teil meiner 'antiken' Werkzeuge vorstellen, um zu zeigen, mit welchen Mitteln noch im letzten (20.) Jahrhundert die Schreiner und Tischler gearbeitet haben. Nachdem ich mittlerweile seit gut fünf Jahren sammele, habe ich so viel Werkzeug, daß ich für praktisch alle Anwendungen gerüstet bin. Davon ist hier allerdings nur ein kleiner Teil zu sehen, weil es doch viel Mühe macht, ein Werkzeug zu photographieren und die Seite dafür zu erstellen. Meine Sammlung besteht derzeit aus ca. 400 Hobeln, jeweils etwa 30 Sägen und Bohrwinden/Handbohrern, vielleicht 40 Beiteln, einigen Streichmaßen und einer großen Anzahl von kleineren Werkzeugen.

Wer möchte, kann sich die Werkzeuge auch mal in natura anschauen. Allerdings nicht in Form eines Museums, sondern in meiner Werkstatt. Dafür kann man auch alles mal in die Hand nehmen und ausprobieren. Ich wohne im östlichen Kreis Erding bei München. Einfach eine Mail an wolfgang@holzwerken.de schreiben, dann können wir einen Termin ausmachen.

Zu jedem Werkzeug habe ich eine extra Seite angelegt, auf die man durch Anklicken des Bildes gelangt. Dort habe ich neben einem oder mehreren Photos mit höherer Auflösung jeweils eine kurze Beschreibung mit den Maßen und eventuellen Kennzeichnungen oder Markierungen gegeben. Oft findet man dort auch zum Vergleich Abbildungen aus alten Katalogen.

An aktueller Literatur zu diesem Thema kann ich am ehesten das Buch von Günther Heine 'Das Werkzeug des Schreiners und Drechslers' empfehlen, das einen sehr guten Überblick mit vielen Photos bietet, oder 'Die Geschichte des Hobels' von Josef Greber. Einen besonderen Einblick in die gewerbliche Herstellung von Tischlerwerkzeug in Deutschland bietet die Doktorarbeit von Günther Heine 'Hamburger Werkzeugmacher im 19. Jahrhundert'. In John Whelans 'The Wooden Plane' werden neben den amerikanischen Hobeln auch europäische und asiatische Beispiele ausführlich behandelt (alle Werke siehe unter 'Bücher und Kataloge über altes Werkzeug'). Eine weitere Quelle sind alte Kataloge, die zum Teil noch als Nachdrucke erhältlich sind (ebd. unter Kataloge).

Auf Flohmärkten und Auktionen findet man gelegentlich alte Schreinerbücher, die einen guten Einblick bieten in altes Werkzeug und Arbeitsweisen. Aus einem solchen Buch (Robert Bücheler: Der praktische Möbelschreiner; Verlag Ernst Heinrich Moritz, Stuttgart 1922) stammen auch die obigen Abbildungen eines Werkzeugschranks aus den zwanziger Jahren. Die Zahlen beziehen sich auf die Beschreibung der Werkzeuge in dem begleitenden Text, den ich hier auch zeigen will (sechs Seiten, zur ersten Seite).

Eine gute Quelle für Informationen sind auch verschiedene Handwerks- und Heimatmuseen, von denen ich einige hier aufgeführt habe. Leider habe ich auch dort bisher keine näheren systematischen Informationen über z. B. Hersteller bekommen können.

Kauf

Einen richtigen 'Markt' für gebrauchte Handwerkzeuge gibt es in Deutschland wohl nicht. Am besten sucht man auf den mittlerweile recht häufigen Flohmärkten. Dort kann man immer wieder mal Hobel, Sägen, Handbohrer usw. in sehr unterschiedlicher Qualität finden, wobei das Angebot anscheinend lokal sehr verschieden ist.

Seit Anfang 2000 habe ich auch einige schöne Werkzeuge bei Online-Auktionen gekauft. Zu dieser Zeit gab es noch wenig und die Preise waren niedrig. Mittlerweile ist es aber trotz gestiegenen Angebots schwierig geworden, noch Schnäppchen zu finden. Nach meiner Erfahrung ist das weitaus meiste Werkzeug bei Ebay zu finden. Es gibt für die Suche aber auch Metasuchmaschinen, mit denen man eine Reihe von Auktionshäusern nach dem gesuchten Gegenstand abklappern kann (ALLEAUKTIONEN.DE). Dort findet man auch die URLs der einzelnen Auktionshäuser.

Eine gute Möglichkeit sind auch Kleinanzeigenzeitschriften wie Sperrmüll oder ähnliche.

In England und den USA gibt es eine Menge Händler mit riesigem Angebot. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Zur Not kann man auch mal bei einem Antiquitätenhändler vorbeischauen. Da hier die Preise aber deutlich höher sind, lohnt sich das nur, wenn man ein bestimmtes Stück sucht, das neu nicht mehr zu kriegen ist.

Restaurierung

Die meisten meiner Hobel sind Holzhobel, von denen ich einige nach einer Anleitung von Anthony Seo mit einer Mischung aus gleichen Teilen Leinöl, Verdünner und Wachs gereinigt, geölt und gewachst habe. Da ich mit dem Ergebnis jedoch nicht immer zufrieden war, weil das Holz oft recht dunkel wird, habe ich in der Oldtool-Mailingliste nach Alternativen gefragt. Die Antworten habe ich zusammengestellt und man kann sie hier nachlesen. Viele haben hier die Reinigung mit 'mineral spirits' empfohlen, was ich mit Terpentinersatz übersetzt habe. Danach kann der Hobel noch gewachst werden, wenn das gewünscht wird.

Die Eisen der Hobel, Bohrer usw. habe ich von teilweise dickem Rost befreit nach einem elektrolytischen Verfahren, zu dem es eine sehr gute Webseite gab (leider nicht mehr vorhanden). Eine deutsche Übersetzung habe ich hier zur Verfügung gestellt. Die Beschreibung ist sehr detailliert und geht auch auf mögliche Fehlerquellen ein, aber das Verfahren ist sehr einfach zu benutzen und wenig aufwendig zu installieren. Nach der Reinigung und Trocknung (mit dem Fön) habe ich die Eisen mit japanischem Kamelienöl vor neuem Rost geschützt.


Autor: Wolfgang Jordan
Letzte Änderung: 09. Dezember 2015