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1872 - Gründung der Holzwerkzeugfabrik Otto Kneisel; produziert Hobel, Hobelbänke und sonstige Holzbearbeitungswerkzeuge
(nach: Dr. Walther Schulze, "Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Zeitz", Sis-Verlag, Zeitz, 1927) [1]
Einträge in den Zeitzer Adreßbüchern [1]:
1872-1886 - kein Nachweis
1888 - Kneisel, Otto, Fabrikbesitzer, Wasservorstadt 37
1890 - dasselbe
1892 - Kneisel, Otto, Fabrikbesitzer, Brückenweg 3
1894 - Kneisel, Otto, Werkzeugfabrik, Inh. Paul Kühn, Weißenfelser Str. 10c
bis 1908 dasselbe
1910 - Kneisel, Otto, Werkzeugfabrik, Inh. Paul Kühn's Erben, Donaliesstr. 51
(ein Teil der Weißenfelser Straße wurde in Donaliesstraße umbenannt)
bis 1933/34 dasselbe
ab 1935/36 kein Nachweis
Eintrag im "Wegweiser Zeitz für Behörden 1949" [1]:
Donaliesstr. 51 - Holz- u. Metallwarenfabrik Bucke & Mohr
Otto Kneisel (1855 - 1892) [2] war vermutlich nicht der erste Besitzer der Fabrik, da er 1872 erst siebzehn Jahre alt war.
Über den Gründer des Werkes ist nichts bekannt.
Mitglied eines Zusammenschlusses von Holzwerkzeugfabriken 1918 und 1929 [7].
Das Herstellerzeichen ist offensichtlich dem Stadtwappen von Zeitz nachempfunden
(siehe Artikel über Zeitz in Wikipedia).
Es zeigt den Erzengel Michael mit Schwert im Kampf mit dem Drachen,
links und rechts neben dem Engel die Buchstaben 'O' und 'K' für Otto Kneisel.
Auf einem Werbeblatt (siehe Abbildung [2])
für Hobelbänke wird ein anderes Zeichen benutzt, das die Buchstaben OKZ
(für Otto Kneisel Zeitz) zeigt.
Die folgenden Informationen stammen von Herrn Rainer Guthknecht [2]:
Die Fabrik in Zeitz brannte 1911 ab. Anscheinend wurde sie aber an gleicher Stelle wieder aufgebaut,
denn die Adresse bleibt dieselbe (s. o.).
Nach dem Tod Otto Kneisels im Jahr 1892 wurde die Fabrik von
Paul Kühn (siehe dort) übernommen.
Als Kühn 1898 starb, führte dessen Frau Johanna Helene (eine Schwester von Otto Kneisel)
die Geschäfte weiter.
Nach dem ersten Weltkrieg übernahm deren Schwiegersohn
Kurt Döring die Fabrik Kneisel.
In der Zeitschrift "Die Werkzeugmaschine" [8] wird gemeldet:
"Werkzeugfabrik von Otto Kneisel in Zeitz. In diesen Tagen wurde die 20000. Hobelbank fertiggestellt."
Diese Abbildung zeigt eine Seite aus einem Katalog von Paul Kühn (um 1910) mit Hobeln, die vermutlich in der Fabrik Kneisel hergestellt wurden.
Profilhobel, Grundhobel, Grundhobel (diese drei in der Sammlung von Eckhard Pohlmann [5])
Abbildungen von Markenzeichen: [4][5]
Die Zuordnung des ersten Zeichens zu Kneisel ist noch etwas unsicher. Dafür spricht neben der Ähnlichkeit der Marke vor allem die Bauart und sonstige Markierung der Hobel, auf denen dieser Stempel gefunden wurde. Die Bedeutung der Buchstaben J und T ist dagegen ungeklärt.
Es spricht einiges dafür, daß das Zeichen 'Hobelbank' mit den Buchstaben "KK", bzw. "SK" in den letzten Abbildungen
(oder "OK", hier nicht gezeigt) zur Firma Kneisel bzw.
Paul Kühn gehört.
- Eisen mit dieser Markierung wurden häufig (immer?) in Hobeln von Otto Kneisel gefunden.
- Das Markenzeichen von Paul Kühn ist eine Hobelbank.
- "OK" bedeutet wohl "Otto Kneisel", und "KK" könnte für Kneisel/Kühn stehen (SK?).
Keine Kataloge von Kneisel selbst bekannt, aber siehe unter Paul Kühn
DE000000070320A (09.08.1893) Nuthenhobel
DE000000125285A (19.02.1901) Hobelbank für Schülerwerkstätten
151081 (11.03.1901) Gehrungsschneidlade mit in Kasten der Grundplatte ver- und einstellbarem Blattführungskörper.
202548 (05.06.1903) Hobelbankhinterzange mit auf der Unterseite in Böckchen der Querriegel sich verschiebender Führungsstange.
336057 (28.03.1908) Einspannvorrichtung.
339395 (30.04.1908) Hobel mit Schraubspindel zum Verstellen der Maulweite.
339396 (30.04.1908) Holzhobel mit Exzenter-Eisenfeststellung.
388737 (03.07.1909) Kehlhobel mit Vorschneidern und Messern, von denen jedes einen Teil der Kehlung ausarbeitet.
388738 (03.07.1909) Schraubzwinge mit durch Dübel verbundenen Holzteilen.
[1]
Museum "Schloß Moritzburg",
Stadtarchiv in Zeitz
[2]
Rainer Guthknecht (Urenkel von Paul Kühn)
[3]
Marken, Patente und Gebrauchsmuster stammen aus verschiedenen Quellen,
die auf dieser Seite detailliert genannt sind.
[4]
Eigene Werkzeugsammlung
[5]
Sammlung Eckhard Pohlmann [EP]
[6]
Sammlung Jens Gartmann
[7]
Friedrich Ott: Die deutsche Holzwerkzeug-Industrie
[8]
"Die Werkzeugmaschine"
(Ausgabe 1901, Heft 14, 15. Februar 1901)
[9]
Das Fabrikzeichen in der Überschrift stammt aus einem Katalog der Hamburger Firma Sengstack & Lehmann
(um 1900) (zitiert aus [GH1])
[10]
Sammlung KG Heid